Was zu viel Marketing über ein Produkt sagt: Ja, das gilt auch im Kunstmarketing!

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Zu viel Marketing?
Desto mehr Marketing ein Produkt braucht, desto mieser ist es!

Das gilt auch im Kunstmarketing!

Sollte man massivem Marketing als Kunde misstrauen?
Absolut!
Warum?
Weil Marketing kostet.
Wenn mehr Geld in Marketing gesteckt wird, dann „fehlt“ es an einer anderen Stelle.
(z.B. bei der Qualität des Produktes).
Was folgt daraus?
Ein „schlechtes“ Produkt braucht  mehr Marketing als ein gutes Produkt!
Dafür gibt es X Beispiele.
Warum geben Coca Cola und Red Bull wohl so viel Geld für Werbung aus?
Weil Ihre Produkte besonders gut schmecken?
Oder besonders gesund sind?
Wohl kaum!
Im Film „Captain Fantastic„* wird Cola von dem Oberhaupt einer Hippiefamilie sogar als „giftiges Wasser“ bezeichnet. Gib „Zuckerwasser, mit Farbstoff und Koffein“ ein Image und das Zeug verkauft sich.
Ohne Image: Keine Verkäufe.

Stichwort Kunstmarketing:
Was bedeutet das für Fotografen und Künstler?

Bedeutet das also: Wenn meine Fotos super sind, dann brauche ich kein Marketing?
Nein!
Nope!
Leider nicht!
Wenn man nicht bekannt ist, dann braucht man Marketing, um bekannt zu werden.
Selbst wenn ihr das TOP-Produkt habt!
Das „Superfoto“.
Die einzigartge Grafik.
Das perfekte Comic.
Auch hier gilt:
Ohne Image keine Verkäufe.
Wer deine Werke nicht kennt, der kann sie nicht kaufen.
Jede Firma und jeder große NGO hat jemanden, der irgendwie Vertrieb,Marketing oder Werbung macht.
Das sollte für einen Künstler nicht anders sein.

Geht es nicht auch ohne Marketing?

Oft höre ich folgende Frage: „Kann man nicht auch ohne Marketing auskommen?
Klar!
Ja, es gibt Firmen, die ohne (oder mit sehr wenig) Marketing-Budget funktionieren.
Die sind aber „Sonderfälle“.
Aldi hat jahrelang auf Marketing verzichtet und mit einem guten Preis-Leistungs-Modell überzeugt. Die Teekampagne verzichtete auch auf Marketingausgaben und setze auf Mundpropaganda.
Man beachte: Diese Firmen sind keine No-Names!
Die Teekampagne hat sich als der größte Importeur von Darjeeling-Tee einen Namen gemacht!
Ok, man sollte erwähnen, dass die Teekampagne auch unter der „Schirmherrschaft“ von Prof. Faltin steht. Außerdem geht es in meinen Beispielen immer um eine bestimmte Produktgruppe, nämlich „Commodities“. Also ein Produkt (bzw. „Rohstoff“), das bekannt ist und durch gleichbleibender Qualität besticht (wie z.B. Salz, Zucker, Erdöl ect.).
Einfacher ausgedrückt:
Tee ist Tee.
In großen Mengen ist er nur günstiger.
Das kann man nicht direkt auf Einzelstücke und Luxusgüter übertragen.
Im Kunstmarkt gelten andere Spielregeln.
Wer braucht im alltäglichen Leben schon eine Plastik von Jospeh Beuys oder einen großformatigen Abzug eines Fotos von Sally Mann?
Kunst kann man nicht mit Konsumgütern wie Kaffee, Reis oder Zucker vergleichen.

Und wenn es um Marketing bei Dienstleistungen geht?
Wer mit Dienstleistungen sein Geld verdient, der sollte auf keinen Fall auf Marketing verzichten.
Einige Fotostudios punkten weniger durch gute Fotoarbeiten, als durch den „Happening-Charakter“ eines Shootings. Wer so seinen Kunden zufrieden stellt, der braucht natürlich ein anderes Auftreten, als jemand, der mit der „Qualität“ seiner Arbeit überzeugen will.
Und da haben wir schon eines der Probleme im Kunstgeschäft:
Was ist Qualität?
Und erkennt der Kunde sie?
Das soll nur zeigen, wie fatal der Gedanke „Ich brauche kein Marketing, ich punkte durch Qualität„, sein kann.

Marketing ist wichtig!

und

Marketing kostet!
Ja, selbst Internetmarketing und Contentmarketing.
Die Kosten sind bei Contentmarketing vielleicht nur in „Zeit“ zu messen, aber hey:
Zeit ist schließlich auch Geld!

Deswegen muss man als Künstler nicht nur in „Farben und Leinwand“ oder „Objektive und Modelhonorare“, sondern auch in Marketing investieren!

Das kann  Facebookwerbung sein. (Zu der ich aktuell nicht jedem raten würde.)
Eine Ausstellung mit Vernissage und Finissage oder Contentmarketing (z.B. durch den eigenen Blog, einen Podcast oder einen YouTube Kanal.
Hauptsache ihr werdet aktiv und macht etwas!
Oder ihr sucht euch jemanden, der das für euch übernimmt.
Das ist die Lösung für „Marketing-Muffel“.
Aber hey, wozu gibt es Galeristen und Manager, die einem Künstler unter die Arme greifen können?

Zurück zur Ausgangsthese:
Was ist mit mieser Kunst, die stark vermarktet wird?

Ja, sowas gibt es.
Es gibt einen „Fotokünstler“, der es geschafft hat seinen Namen im Internet so bekannt zu machen, dass er damit „Businesstipps“ und „Erfolgsseminare“ verkaufen kann.
Er ist für massives Marketing bekannt!
Wer dem Werdegang von diesem „Markus“ folgt, dem fällt folgendes auf:
Künstlerisch gibt es bei ihm keine Weiterentwicklung.
Das ist ihm aber wahrscheinlich egal, Fotokunst war für ihn gestern, heute stehen für ihn die Euroscheine im Vordergrund. Und sein „Business“ scheint zu laufen!
(Ich nenne hier absichtlich nicht seinen Künstlernamen, weil ich niemanden „bashen“ will, sondern nur ein Schema zeigen möchte. Also lieber „Markus“, wenn du das hier liest, bitte nicht böse sein!)
Aber hier besteht eine Gefahr für den Kunden:
Die „Markus-Strategie“ basiert auf dem Gedanken, „Der beste Kunde ist Fan.“. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Wenn man diese Idee etwas näher betrachtet, erkennt man:
Das ist oft ein Strohfeuer!
Machte euch eines klar: Ihr seid nicht Apple und heißt nicht „Steve Jobs“. Die meisten Personen tun sich schwer damit, so eine Strategie umzusetzen. Oft wird auf den „doofen“ Kunden abgezielt.
Also jemanden, der die eigene Person gut findet und unkritisch bei dem Produkt ist.
Was man dann machen kann, ist die Qualität runterzuschrauben und den Preis hochzusetzen.
Bibbis Beauty Palace mit ihrem „Hit“ lässt grüßen!
Wer sich selbst als „YouTube-Star“ feiert und für seine erste und einzige CD-Produktion überdurchschnittlich viel Geld verlangt, der strebt mit Sicherheit keine längerfristige Karriere als Musiker an.

Die „Kehrseite“ des Marketings?
Marketing wird oft als „Gelddruckmaschine“ gesehen.
Wende einfach die Methoden von „Tim Ferriss“ aus der 4-Stunden-Woche* an, bau dir einen Blog und Newsletter auf und dann bringe noch für 100 € dein eigenes Trainingstutorial (Sportprogram / Motivationsseminar / Erfolgstalk / CD  ect.) heraus.
Zack fertig ist dein Internet-Business.

Leute so klappt das nicht!

Denn für einen Kunden gilt immer mehr:
Vorsicht, wenn der Verkäufer („Experte“) zu smart zu glatt und das Produkt zu catchy wirkt!

Die Methode über die Person zu verkaufen, wird weiter funktionieren.
Es wird nur schwerer werden.
Als Konsument sollte man sich folgendes fragen: Ist ein Produkt das ein x-faches des üblichen Marktpreises kostet und nur aus „mehr Marketing“ besteht, wirklich erstrebenswert?
Sollte man sich so etwas kaufen?
Beispiel E-Books:
Wer seine 80-120-Seiten-PDF zu Themen wie „Contentmarketing“ für 50 € über Anbieter wie den Digistore verkauft, der macht seinen Schnitt nur durch folgende Elemente:

geringe Unkosten bei der Produktion (z.B. keine Druckkosten)
offensives Marketing (Ausschlachtung des „Guru- oder Expertenstatus“)
– ein hoher Preis, da es weniger Käufer gibt

Wenn man beachtet, dass man gedruckte Bücher von renommierten Verlagen, die den 3-4 fachen Umfang haben, schon für ca. 39 € erwerben kann, sollte man sich fragen:
„Warum sollte ich so ein 50 €-PDF kaufen“?
Für die Kundenseite gilt deswegen Folgendes:
Marketing hat für die meisten Kunden keinen Mehrwert!
Nehmen wir mal Teenager oder Leute, die in ihrer Midlife-Crisis unbedingt einen Porsche fahren müssen, mal raus.
Ein Produkt oder eine Dienstleistung wird durch Marketing teurer, da Marketing ein Kostenfaktor ist.
Deswegen sollten bei jedem die Alarmglocken klingelt, wenn etwas zu stark angepriesen wird.
Oft wird so nur ein unpassendes Preis-Leistungsverhältnis kaschiert.

Ist Marketing nun gut oder schlecht?
Keins von beidem: Marketing ist eine Notwendigkeit.
Aber es gibt eine ganz einfache Regel:
Übertreibt es mit dem Marketing nicht!
Selbstmarketing ist für Künstler überlebenswichtig.
Wer nicht gerade mit Commodites handelt, der kann auf Marketing nicht verzichten.
Dabei darf man aber nicht sein Kerngeschäft vergessen!
Im Kern seid ihr Künstler.
Wenn ihr zu viele Gedanken auf Marketing verschwendet, dann könnt ihr auch gleich Lebensversicherungen oder „Business-Seminare“ verkaufen.
Ihr erinnert euch an unseren „Freund“ „Markus“?
Also, sucht euch lieber einen Manager, Literaturagenten oder einen Galeristen!
Dann könnt ihr euch auf euer Kerngeschäft konzentrieren.

Die Lösung für dein Marketingproblem: Keep it simple

Haltet, was ihr versprecht und versucht nicht euch an „dummen Fans“ eine goldene Nase zu verdienen.
Das gilt für alle Künstler!
Ob Musiker, Performance-Künstler oder Fotografen!
Zu stark aufgesetztes Marketing verfehlt sein Ziel.

Psst! Kleiner Geheimtipp zum Schluss
Wenn ihr euch einen einfachen Überblick über euer Marketing verschaffen wollt, dann empfehle ich euch das E-Book 1-Page Marketing Plan* von Allan Dib.
Das E-Book ist zwar auf Englisch, aber dafür gibt es euch auch eine Anleitung an die Hand, wie ihr alle Marketingaktivitäten auf 1 Seite zusammenfassen könnt. Dadurch behaltete ihr sie im Blick und könnt sie einfach steuern. In keinem anderen Marketing-Buch, das ich kenne, ist die Keep-it-simple-Idee so perfekt umgesetzt wie in diesem Werk!
Knapp und präzise!
Das E-Book gibt es für Kindle-unlimited-Kunden sogar kostenlos!
Wenn ihr es normal kauft, dann kostet es etwas unter. 3 €. Das ist für ein derartiges Buch wirklich geschenkt!

 

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