Fotografen und der „Profi“ Status: Standesdünkel oder was?

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Profi Vs. Amateurfotografen 

Was soll der Zank?

Profi oder Amateur warum stellt sich die Frage überhaupt?

Endscheidend sind doch die Fotos und nicht, ob eine Kommerzialisierungsabsicht  vorliegt!

Nehmen wir mal an Fotografie wäre eine Tatort-Folge:

Verlassen wir mal kurz das Feld der Fotografie und begeben uns in die Welt der Fernseh-Krimis. Wenn wir uns gemütlich sonntags einen Tatort anschauen, wie unterscheiden wir dann einen Profi Killer von einem Amateurmörder?

Zusatzfrage, hat das Opfer etwas von der Unterscheidung?

Wenn wir auf dem Sofa sitzen und als Tatortexperten fachsimpeln „Ach, der hat aber ganz amateurhaft die Leicht versteckt!“

Wem bringt dies Feststellung was?

Immer wenn ich in die „Profi oder Amateur“ Frage verwickelt bin, muss ich an das ironische Computerspiel Fortrest2 denken das Mit viel schwarzen Humor eine Antwort auf die  „Tatort-Frage“ liefert. Ein Killer erklärt in einem Telefongespräch den Unterschied:

 „Nein Dad, ich bin kein durchgeknallter Amokläufer. Ich bin Auftragskiller! Der Unterschied? Das eine ist ein Beruf, das andere eine Krankheit

Beruf Vs Krankheit?

Ich will damit keinem Fotografen (ob Hobby- oder Profi) zu nahe treten. Die klischeehaft negative Einstellung von Profis gegenüber den „Hobbyknipsern die die Preise verderben“ ist nicht neu.  Aber kann das nicht letztendlich egal sein?

Was macht es an den Fotos für einen Unterschied ob ein Profi sie gemacht hat oder ein Amateur?

Geld? Oder was hat es mit dem Fotografen Streit auf sich?

Der Paddy von neunzehn72 hat darüber einen Artikel veröffentlicht (Profi oder doch nur Amateur?), in dem er auf die Unterschiede von Amateur- und Profifotografen eingeht.

In dem Artikel stellt er nur fest, dass seine Fotografie sich nicht so stark gewandelt hat, wie seine Herangehensweise an Fotoaufträge (z.B. bezogen auf die Kundenakquise ect.).

Das Thema wurde daraufhin auch im DSLR Forum aufgegriffen, innerhalb von kurzer Zeit gab es dann viele Diskussionen.

Scheinbar wurde da ein Nerv in der Fotografenszene getroffen!

Warum bekriegen sich einige Profifotografen und Hobbyfotografen denn nun? Liegt das an Einzelpersönlichkeiten oder an Ideologien die kollidieren?

Bienenzüchter: Ein Blick über den Fotografie-Tellerrand

Bei den Bienenzüchtern ist das z.B. nicht der Fall. Ob du Hobbyimker bist, oder von der Imkerei lebst spielt da keine Rolle.

Es kommt auf den Ertrag des Honigs an!

Ich selber Imkere nicht, aber was ich aus dem Bekanntenkreis mitbekomme, gibt es in der Kunst der Bienenhaltung keinen Kleinkrieg zwischen Profi und Amateuren. Da zählt die Honigernte und ob du Buckfast oder Carnica hältst.

Warum liegt der Fokus bei der Fotografie scheinbar nicht auf den Bildern sondern ob jemand damit Geld verdienen kann/will oder muss?

Mögliche Gründe für den Fotografenstreit:

Früher gab es größere Schranken um den Zugang zum Beruf des Fotografen auszuüben. Mit der Digitalfotografie und der Vereinfachung  der Fototechnik ist es viel leichter geworden Fotos mit hoher Qualität zu produzieren. Jeder der ein besseres Smartphone hat kann (prinzipiell) sehr gute Fotos machen. Eine Senkung der rechtlichen Hürden um sich Fotograf nennen zu dürfen tat ihr übriges. Das Ergebnis: eine Fotografenschwemme und ein „Verteilungsstreit“.

Der Vorsprung des Profis verschwindet

Moderne Bildbearbeitung kombiniert mit der einfachen   Informationsweitergabe Via Blogs und You Tube verringern den Vorsprung der Profis noch weiter. Wenn jeder seine Bilder selber bearbeiten kann braucht man keinen Profi mehr, der das macht oder der einem erklärt wie es geht.

Was bleibt einem Fotografen also um sich von einem Amateur zu unterscheiden?

–          Sein Kamera! 

Ja, mein Equipment ist viel besser als das von einem Amateur! Wenn ich eine Hochzeit fotografiere haben wir Ausrüstung die dem Wert von zwei Kleinwagen entspricht“.

Solchen Quatsch habe ich schon auf den Internetseiten von Hochzeitsfotografen gelesen. Als wenn ein „Kleinwagen“ an Ausrüstung der einzige Grund für gute Fotos wäre!

Vielleicht hat ein Profi einen „Equipmentvorteil“, das dadurch die Hochzeitsbilder automatisch die Vorstellung des Kunden treffen ist nicht gesagt!

–          Sein Status als Profi!

Gellegendlich lese ich auch verschiedenen Foto- und Modelseiten Aussagen wie:

Ich nehme nur Pay Aufträge an! Wer mich Bucht muss mich bezahlen.

Wer seinen Profi Status klar hervorhebt der unterscheidet sich natürlich von den Amateure in seinen Zielen.

Ein Amateur will gute Fotos, ein Profi Geld!

Härter ausgedrückt sind für den Profi gute Fotos nur die Mittel zum Zweck! Aber sagt die Motivation etwas über die Bildqualität aus? Leider auch nicht!

–          Seine Erfahrung

Wer täglich sein Geld mit der Fotografie verdienen muss hat in der Regel mehr Erfahrung als jemand, der nur am Wochenende Zeit für sein Hobby hat. Dieses kann ein  echtes Plus sein!  Mehr Übung spricht sicherlich für den Profi! Auf der anderen Seite werden die Fotos auch unter dem Aspekt „Was kann ich verkaufen“ geschossen. Ein Profi hat meistens ein oder zwei betätigungsfelder (z.B. Hochzeitsfotografie und Babyfotos). Ein Hobby Fotograf kann sein Betätigungsfeld da freier wählen und auch Erfahrungen in Bereichen sammeln, in denen ein Verkauf der Fotos nicht so rentabel ist.

Fazit: Darum gibt es das Fotografie-Gerangel?

Einige Profi-Fotografen meckern angeblich:

“Die Hobbyfotografen verderben die Preise“

Sei es auch nur, dass ein bekannter die Hochzeit fotografiert und nicht zum „teuren“ Profi gegriffen wird.  Oder sei es dass die Konkurrenz durch die Amateur-Knippser größer wird. Klar, Konkurrenz belebt das Geschäft. Aber sind diese beiden Argumente wirklich so relevant?

Ist die deutsche Mentalität schuld?

Nein, definitiv nicht! Der typische deutsche Mittbürger steht zwar im Ruf niemanden etwas zu gönnen, aber die Frage, „Bist du ein Profi oder nur ein Hobbyfotograf?“ habe ich auch schon in englischsprachigen Blogs gelesen.

Die Subjektive Wirkung von Fotos!

Ich glaub der Wirkliche Grund für den Fotografenstreit liegt ganz wo anders.

Fotografie hat immer auch mit Kunst zu tun. Einen objektiv messbaren Erfolg gibt es dort nicht! (vgl. dazu die Imker oben dort gibt es Messbare Größen die verglichen werden können  „so viele Liter Honigernte habe ich in dieses Jahr erwirtschaftet“).

Was bei der Fotografie zählt ist der subjektive Erfolg!

Mag der Kunde die Fotos? Ist er begeistert, oder nicht?

Wenn ich mir als Fotograf einen großen Namen aufgebaut habe, kann ich ALLE  Bilder als Kunst verkaufen. (bzw. die Fotos werden aufgewertet wenn der „Starfotograf“ XYZ die Bilder gemacht hat) Der Begriff Starfotograf ist nicht geschützt und JEDER der mit seinem Handy mal einen D-Promi geknipst hat kann sich so nennen!

 Der „Nimbus des Könnens“ färbt auf den Fotografen ab.

Gurskys Rhein II wurde für Millionen Euro verkauft. Das Bild wurde vom Stilpirat in einem Artikel als „Testfoto für das DSLR Forum“ abgetan. Ob da der Neid mitspielt weiß ich nicht. Fakt ist, hätte der Stilpirat dieses Foto gemacht hätte es nicht den Wert erzielt!

Ach so, deswegen  der Konkurrenzkampf der Fotografen !

Die fehlenden objektiven Hierarchien sind also der Grund, warum es  zwischen Hobby- und Profifotografen und auch zwischen  den Profifotografen untereinander zum Zank kommt.

Wenn ich mich in der Hierarchie höher setzen kann habe ich einen stärkeren Hebel um meine Bilder anzupreisen.

Warum das mit so kindlichen Methoden wie: „meine Kamera ist „Goiiiilller als Deine“, „mein Objektiv ist länger als deins“, „ich nenne mich Profi und du nicht Ha Ha HA HA“, stattfinden muss weiß ich auch nicht.

Fotografie, eine Frage des Slogans?

Fotos vom Profi gemacht“ höhrt sich sicherlich  besser an als  „Hier fotografiert DER Amateur!

Ein Fotokurs der „Masterclass“ genannt wird hört sich besser an als „die Knipsgruppe„.

Oder wie seht ihr das?

Den Vermarktungsaspekt bei der Thematik darf man sicherlich nicht unbeachtet lasse!

Alles wegen der  Verkaufsformel!

Was kann man sich aus der  Diskussion mitnehmen?

Meiner Meinung nach ist die gesamte Diskussion ÜBERFLÜSSIG!

Da durch die Unterscheidung keine Aussagen über die Qualität der Fotoarbeiten getroffen werden kann.

Dass ist nämlich das endscheidende wenn es um Fotografie geht, die Fotos! Spricht mich die Kunst und die Fotos des Fotografen an oder nicht?

Was kümmert es einen, ob ein Van Gogh von seinen Bildern leben konnte oder nicht? Die gemalten Bilder sprechen für sich! Ach wenn er sich ins Ohr schneidet, die Gemälde sprechen für sich! Auch wenn ihn die Mehrzahl der Bevölkerung in der Region von Arles damals nicht mochten, seine Arbeit spricht….(ich denke ihr versteht was ich sagen will)

Icke, Der BESTE FOTOKÜNSTLER der Welt!

Ach ja, kleine Anmerkung ein Titel wie „Profi“ oder „Starfotograf“ oder „Bester Fotograf der Welt“ schlägt sich natürlich in der Verkaufsformel wieder die zeigt, wie viel man für seine Fotos verlangen kann:

Üblicher Marktpreis + Bekanntheit („Name des Fotografen!, Anzahl der Austellungen ect.) + Qualität der Bilder (Referenzen) + Charm beim Verkauf  (bzw. pochen auf den Profistatus) = Preis der Bilder

Aus dem Grund nenne ich mich auch ab heute „Bester Fotokünstler der Welt„. Mal schauen, ob das meine Foto-Skills verbessert 😉

Fazit:

Sich „Starfotograf“ zu nenne, die Nase weit oben zu tragen und auf Amateuren rumzuhacken bringt euch

a) keine besseren Fotos

b) löst euer Konkurenzprobleme nicht

Also lasst es einfach bleiben!

In diesem Sinne fröhliches Kommentieren!

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