Flattr = kleines Geld für große Blogartikel?

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Mit Blogartikeln Geld verdienen, geht das mit Flattr? 

Schon bemerkt das etwas anders ist?

Der wunderschöne grüne Button, mit der Aufschrift „Flattr“, der jetzt bei jedem Blogartikel auftaucht! Genau, der ist neu!  Ihr dürft da gerne drücken! Keine Hemmungen, er beißt nicht.

So, das war der „Werbeteil“ jetzt geht es um das Thema Flattr.

Was ist Flattr

Flattr bietet ein Möglichkeit mit seinem Blog Geld zu sammeln. Es ist ein freiwilliges Bezahlsystem, mit dem Blogleser  ihren Lieblingsblogs Spende übermitteln können. Den Internetdienst gibt es schon länger (seit 2010), aber er noch nicht so geläufig, bis mir aufgefallen ist, das einige Blogs die ich lese,   Flattr nutzen. Bei den Ironbloggern-Berlin z.B., haben einige Blogs einen Flattr Button: u.A.  Holgi, Jens, Puppenlustig und Cynigma. (Grüße an dieser Stelle!)

Wenn einige Ironblogger  den Dienst nutzen, dann kann der ja nicht so verkehrt sein.

[Mhm, Memo an mich selbst, ich sollte mal bei der nächsten Ironblogger-Veranstaltung auftauchen, im letzten Jahr habe ich das leider gar nicht hinbekommen. ]

 Wie funktioniert Flattr?

Somebody says it is a Like Button with Money on Top“ sagte Linus Olsson in einem Video Interview der Gründerszene.

Das trifft es ganz gut. Wenn jemand einen Artikel von mir gut findet (und ein Flattr Abo hat), kann er diesen Artikel „Flattern“ und ich bekomme dann etwas Geld.

Wie viel,Geld, das hängt davon ab, wie viel der Nutzer jeder Monat für Flattr zahlt und wie viele Blogs er im Monat „geliked“ hat. Hat er ein Abo bei dem er jeden Monat z.B. 3€ für Flattr ausgibt und „liked“ nur einen Blog,  dann wird diese  Summe dem Blog gutgeschrieben (abzüglich einer Flattr Gebühr von 10%). Liked er 2 Blogs, dann werden die 3 Euro auf die beiden Blogs verteilt (also jeweils 1,50€ minus Flattrgebühr von 10%). Bei 10 Blogs wären das dann 0,30 € (abzüglich Flattrgebühr von 10%) usw.

Die Masse macht es aus

Damit Flattr überhaupt funktionieren kann braucht man einen gutbesuchten Blog und viele Lesern die Flattr nutzen.

Vladimir von Perun.net gewinnt aus seinem  Flattr Experiment die Erkenntnis, dass Artikel, die polarisieren sich besonders für Flattr eignen. Klingt für mich logisch, wer eine starke Meinung vertritt, der bekommt schneller emotionalen Zuspruch, also auch eher einen  Flattr-Klick.

Ein weiter Gedanke, der bei Perun.net auftaucht, ist der ideelle Wert von Flattr. Menschen die den Dienst nutzen sind „Überzeugungstäter“. Man kann  nachdrücklich seinen Respekt für einen Blogger zeigen und ihm auf die virtuelle Schulter klopfen.

Das Stichwort heißt Anerkennung

  es geht nicht nur um die 30 Cent, die man in den virtuellen Musikkasten des Internet-Straßenmusikanten wirft.

Was sagen andere Blogger zu Flattr?

Flattr wurde vor einiger Zeit sehr ausführlich in der Blogospäre vorgestellt, z.B. bei  Spreeblick– dem Blog von Johnny Häusler , oder Netzpolitik.org dem Blog von Marcus Beckedahl. Beide Bogs nutzen Flattr.

Kritisches zu Flattr

Einige Contrapunkte zu Flattr gibt es auch

So hegt Sasha Lobo aus verschiedenen Gründen Skepsis gegenüber Flattr. Eines seiner Argumente ist, das der „Pirate Bay“ Gründer Peter Sunde bei Flattr mitspielt. Das Argument sieht wie folgt aus: „Flattr erscheint mir unter anderem als Feigenblättchen eines Menschen, dem seine Rolle der Contentdiebstahlbeihilfe etwas unangenehm geworden ist.“

Naja, das mit dem „Feigenblatt“  mag ja meinetwegen stimmen, aber muss Flattr deswegen schlecht sein? Der Sprung vom Piraten zum Gutmenschen kommt mir auch etwas hart vor. Sicherlich gibt es  bei den Flattr Gründern auch finanzielle Interessen (die 10% Transaktionssteuer z.B.). Finanzielle Interessen haben aber alle Social Entrepreneure und deswegen muss ihr Produkt nicht schlecht sein. Ich bin der letzte der deswegen mit erhobenem Zeigefinger herumwedeln will.

Ein Artikel im Spiegel Online aus dem Jahr 2013 scheint Flattr zu belächeln. Der Artikel weist auf die steigende Bedeutung von (abgeschlossenen) Content Plattformen wie Facebook und You Tube hin. Das wird auch  als möglicher Grund genannt warum Flattr sich nicht durchsetzen konnte. Der Spiegel Online schließt seinen Artikel mit „vielleicht finden sich ja diesesmal genug Leute für die Revolution“.

Nebenbei bemerkt, ist in dem Artikel das Portraitfoto, das Linus Olson zeigt extrem unvorteilhaft aufgenommen. (bzw. zugeschnitten) „Mensch, Herr Stefan Mey  hättet ihr da nicht ein „neutraleres“ DPA Foto finden können?

Flattr gefangen zwischen Idealismus und Kommerz?

Mein Blog hat wahrscheinlich noch nicht die Reichweite und auch nicht die Leserschaft, die mit Flattr nutzt. „Spenden sammeln“ ist auch nicht so mein Ding, also  warum mache ich da mit?

Dann fange ich mal beim Ende an:  Der leicht „negative“ Spiegelartikel (dem ich leider in vielen Punkten zustimme) hat in mir etwas wie Trotz geweckt.  Ja, trotz ist ein Grund warum ich kleine Grüne Knöpfe auf meinem Blog habe. Klar, es steht in den Sternen, ob sich ein Mikro-Spenden-Dienste durchsetzen kann. Aber bei dem Projekt wie Kiva.org das ich seit Jahren nutze,  (hier zu meinem Blogartikel über Kiva ) funktioniert der „Charity-Gedanke auch irgendwie. Außerdem überlebt Flattr seit 2010, das heißt doch schon mal was.

Okay, Mikro-Kredite für die 3. Welt sind nicht  Mirko-Spenden für 1. Welt Bogger.

Mir ist bewusst, dass der Kiva / Flattr Vergleich mehr als nur etwas humpelt. Aber hey, wie soll man unterschwelligen Spiegel Zynismus denn sonst begegnen?

Ach immer die Geld Frage

Mit dem Blog Geld verdienen, geht das? Ja, aber willst du auch so bloggen?

Es ist kein Geheimnis das es einige (wenige) Blogger gibt, die von ihrer Tätigkeit leben können. Eine Studie gibt einen Einblick in die Einkommensverhältnissen von Themenbloggern. Die Studie lässt durchblicken, das es bei einem von  10 Themenbloggern, scheinbar funktioniert.

Die Frage ist aber, wie schreiben diejenigen, bei denen das monetarisieren funktioniert ihren Blog?

Wer mit dem bloggen Geld verdienen will, der muss etwas verkaufen. So sieht das auch der „bekanntester Blogger Deutschlands“. Sasha Lobo sagt in dem Beitrag ,in dem er erklärt, warum er Flattr nicht nutzt, das er Werbung oder ein Buch (sprich ein Produkt) als Finanzierungsinstrument für Blogs akzeptiert, nicht jedoch einen Dienst wie Flattr.

Die meisten Bogger wollen schreiben und nichts verkaufen!

Der Großteil der Blogger will sicher nicht die Folgen einer Kommerzialisierung des eigenen Blogs ertragen. (z.B. das man seine „Schreibe“ ändern muss, um Geld zu verdienen, oder das Werbung an gewisse Bedingungen geknüpft ist ect…).

Die (naive) Idee eine „Crowdfunding-Möglichkeit“ für Blogger zu etablieren spricht mich da hingegen sehr an. Das ist ein weiterer Grund warum ich Flattr teste.

Mein letzte  Grund Flattr auszuprobieren, ist mein Blogmarketingbuch, an dem ich gerade arbeite. Nach meiner Einschätzung ist mein Buch zu  90 % fertig, das Werkt hat schon die erste Überarbeitung hinter sich und alles sieht soweit gut aus. Einige Kleinigkeiten möchte ich aber noch nacharbeiten, wie z.B. die Möglichkeiten den Blog zu monetarisieren. Damit hat auch das stöbern nach „Flattr-Artikeln“ angefangen.

Auf die Frage „Wie kann man mit dem Blog Geld verdienen“, gibt es viele Antworten.

Viele der Lösungen schütten meiner Meinung aber das Kind mit dem Bade aus (z.B. die Fraktion: „Sammele X E-mailadressen in deinem Blog, dann schütte dein Newsletter-Abonnenten mit cleverer Werbung zu und irgendwann werden sie schon dein teures Onlineprodukt kaufen“).

Flattr scheint mir einen sympathischere Lösungsansatz zu bieten.

Ich bezweifele zwar, das durch den grünen „Spendenbutton mit dem komischen Namen“ mehr Blogger eine Existenzgrundlage bekommen, aber darum geht es auch nicht.

Denn bei Flatrr geht es um mehr als nur um Geld. Es geht auch darum, das der Leser Einfluss ausüben kann. Bei Flattr schwingt der „bezahl-was-du-willst“ Gedanke“ mit. Wenn ein Leser einen wirklich guten Artikel liest, kann er den Autor (bzw. den Blog) direkt belohnen.

So kann man einem Blogger auch zeigen über welches Thema er mehr schreiben soll. Dadurch wird Bloggern und Lesern geholfen.

Vielleicht ein naiver Gedanke, aber wer bloggt, der darf auch leicht naiv sein.

Also wenn euch meine Artikel gefallen drückt ruhig die entsprechenden Flattr Knöpfe oder teilt sie über Facebook & Co. Oder verfasst einen Kommentar, das kostet nichts und darüber freue ich mich am meisten!

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