Augenfotos: Der Portrait Tipp

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Der Profi Tipp für Portaitfotos: Lass deine Modelle squinchen!

Bitte was soll ich machen? Was ist denn Squinchen? Mein Englisch ist nicht das Beste und zuerst dachte ich, es geht um den „Tanzstil“, der durch Miley Cyrus auf den MTV Awards vorgeführt wurde.

Der „Squinch-Tipp“ stammt  übrigens von einer Größe der amerikanischen Portraitfotografie, dem Fotografen Peter Hurley. Im Blog von FotografR wurde ein neues Video von Peter Hurley vorgestellt. Da es sich dabei um einen Tipp für Portraitfotos handelt, wollte ich euch dieses Video nicht vorenthalten und das Ganze noch mit etwas eigenem Senf würzen.

Wer ist denn Peter Hurley?

Peter Hurley ist ein amerikanischer Fotograf, der sich auf Portraits spezialisiert hat. Hurley arbeitete zuerst als Model und wechselte dann  in das Lager der Fotografen. Er hat sich auf den Teil der Portraitfotografie fokussiert, der „Headshots“ genannt wird. Ein Schelm der jetzt an Egoshooter denkt, aber es handelt sich in Wirklichkeit um Kopfportraits, bei denen das Gesicht eine besondere Rolle spielt. Dieses Wissen teilt er international in Form von Videodateien, die man auf Hurleys Hompage erwerben kann. Sein neues Video beschäftigt sich mit den Augen und trägt den Titel: „It´s all about the squinch“.

Squinching und Twerking,  sind das Tänze?

Mit  dem Squinch verhält es sich sehr ähnlich wie mit dem Modewort Twerking.

Beides hört sich ins Deutsche übersetzt nicht cool an!

Zur Erläuterung unter „Squinch“ wird eine besondere Form des „Augen-Zusammenkneifens“ verstanden. „Der verkniffene Augenfotograf“ hört sich nicht so gut an wie „Hey, ich bin als Fotograf ein Squincher!“(bitte nicht verspreche und Pinscher sagen, weil dann wird es nämlich richtig lächerlich).

Kleiner Exkurs zu Miley Cyrus Tanzstill „Twerking“: Der Name wird von Wikipedia mit „Popowackeln“ übersetzt. Diese Bezeichnung lädt  nicht gerade ein, einen Tanzkurs in diesem Stil zu buchen! Aber einen Twerking-Kurs? Hey, das klingt doch nach was!

Was sagt uns das?

Anglizismen hören sich einfach besser an!

Das gilt auch für die Fotografie, Fotoshootings, Make-Up, Styling, Posing und es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis auch Squinching zum geflügelten Wort in der Model-Szene werden wird.

Was verbirgt sich also hinter dem Squinch?

Augen sind wichtig für Portraits!

Das Geheimrezept für Augenportraits von Hurley ist also der Squinch! Nein nicht der Grinch, sondern das leichte Augenzusammenkneifen, dass einen Hauch von  aggressiver Dynamik erzeugt.

Verkniffene Augen Fotos? Klingt komisch!

Dass ein Portraitfoto durch die Augen lebt und diese eine Kernkomponente im Bild darstellen ist hinreichend bekannt. Deswegen geht der Ansatz auch in die richtige Richtung! Mit den Augen zu arbeiten und die Mimik zu verändern ist wichtig.  Gerade bei Gesichtsportraits oder Headshots wirken sich minimale Änderungen (leichtes Augenzusammenkneifen) auf das ganze Bild aus!

Ob das Ganze  als Geheimwaffe der Portraitfotografen gesehen werden kann, weiß ich nicht. Der von ihm in dem Video dargestellte Vorher/ Nachher Effekt kommt mir etwas übertrieben vor (Logisch, dass weitaufgerissene Augen einen anderen Effekt haben, als Augen die etwas zusammegekniffen sind!).

Ich denke, dass für die meisten  Amateurmodelle ein so präzises Posing der Augen zu erreichen schwer sein wird (unter dem Aspekt, dass das Ganze nicht verkniffen wirkt ). Deswegen sagt Hurley auch in seinem Video: „Üben,Üben,Üben“.  Auch bei Bewerbungsfotos denke ich, dass der normale Fotokunde sich schwer mit einem natürlich wirkenden Augenzusammenkneifen tun wird.

Wird „Squinching“ das neue „Owling“ & „Planking“ ?

Ob  Squinching Internethype-tauglich ist, wie z.B. Owling oder Planking wage ich zu bezweifeln.

Ich mag Hurley, seine Fotos und seine Herangehensweise gerne. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass seine Ausführungen zum Augenzusammenkneifen in der praktischen Umsetzung etwas übers Ziel hinausschießen. Ich hatte vor einiger Zeit eine Serie von Emotionsfotos gemacht. Da habe ich in einem Bild auch mit einem bösen Blick gearbeitet.

Bei zusammengekniffenen Augen besteht immer die Gefahr, dass der Blick zu aggressiv oder müde wirkt. Als Beispiel führe ich mal Hurleys Selbstportrait an, das links neben seiner „Headshot-DVD“ steht.  Sein Gesichtsausdruck erscheint wie: „Ich bin sauer!“ oder „Ich kann die Augen kaum offen halten!“.  Die Idee durch einen strengen Blick etwas Dynamik zu erzeugen ist nicht neu und sie funktioniert auch! Ich würde das Ganze aber mit Vorsicht genießen, weil das Stilmittel schnell eine sehr dominante Bildwirkung haben kann.

Fazit: Augen sind wichtig im Portrait, ob streng, strahlend oder verkniffen. Hurley hat absolut recht, wenn er Wert auf den Ausdruck der Augen legt. Er zeigt was leichte Veränderungen für eine Bildwirkung haben können. Wer Lust hat, kann sich die 15-minütigen Ausführungen von Hurley anschauen.  Sehenswerte sind sie auf jeden Fall!

Was sagt ihr?

Was haltet ihr von dem Ansatz von Hurley? Wird Squinchingin 2014 richtig populär? Schreibt es mir in die Kommentare. Euer Feedback interessiert mich!

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Kommentare

  1. Tina  Dezember 8, 2013

    Stimme ich vollkommen zu – Mimik und v.a. der Ausdruck in den Augen ist gerade bei Portraits unheimlich wichtig – gleichzeitig eben aber auch eine der schwersten Sachen.
    Lg

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