Mensch Horst, warum schreibst Du keine Tatortfolgen?

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Herr Evers, warum schreibst Du keinen Tatort und rettest die Serie?

Buchrezension:  „Der König von Berlin“                                                       

Leseratten aufgepasst! Hier kommt ein Buchtipp für euch!

Der Krimi: Der König von Berlin  von Horst Evers ist absolut lesenswert. Das Buch ist ein amüsanter Kriminalroman der geschickt das Berliner „savoir-vivre“ auf die Schippe nimmt. Nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte habe ich mich zwei Sachen gefragt:

1. Warum kann eine #Tatort Folge nicht so sein wie das Buch? (na wenigstens ein kleines bischen!)

2. Wann kommt eine Fortsetzung von dem Buch mit dem schrulligen Hauptkommissar Lanner?

Plot vom „König von Berlin“ [keine Spoiler]

Der führende Berliner Schädlingsbekämpfer ist Tod. Ermordet oder war es ein Unfall? Das gilt zu klären. Die Folge davon sind, dass die Stadt ein Rattenproblem hat. Hauptkommissar Lanner, der  nach Berlin versetzt wurde muss sich mit einigem herumschlagen:  Ratten, den hämischen Bemerkungen von Kollegen und der Fall einer Hinterhoffleiche bilden dabei nur die Spitze des Eisberges.

So, mehr wird nicht verraten. Wer mehr erfahren will muss das Buch lesen.

Was für ein Krimi ist das denn?

Einer der nicht auf übermäßige Brutalität oder andere Krimi Klischees setzt! Ganz im Gegenteil, die typischen Schwachstellen des Genres werden sogar offensiv parodiert:

„Ach, ich bin diese schwachsinnigen, grausamen Gewaltphantasien aus albernen Perversenkrimis leid. Die wollen besonders hart und realistisch sein und sind am echten Polizeialltag so nah dran wie Hertha BSC am Cup der Champions League“ Quelle: Horst, Evers; Der König von Berlin, Seite 342; 4. Auflage März 2014

Zack, gleich zwei Treffer gelandet. Solche netten Spitzen findet man an einigen Stellen des Buches.

Kritischer Umgang mit  dem Krimi Genre

Das Zitat zeigt recht gut wie in dem Buch mit dem Genre umgesprungen wird: Humorvoll und kritisch zugleich. Für Krimifreunde ist das Buch wirklich ein Muss! Echten Polizeialltag gibt es in dem Buch zwar nicht, genau wie  in den „Perversenkrimis“, dafür  Punktet das Buch mit folgenden Elementen: Humor, Spitzen gegen die Berliner Politik, großartige Darstellungen des typischen Ur-Berliners und der vielen anderen Archetypen, die in dem Buch dargestellt sind. Vom Langzeitstudenten über den windigen Anwalt gibt es einige überzeugende Klicheefiguren die durch den Kakao gezogen werden.

Eine Handlung, die vielschichtig ist und eine clevere Spannung ohne übertriebene Shock-Effekte erzeugt, bilden das Literarische-Sahnehäupchen!

Fazit: Absolut Lesenswert auch für nicht Krimi Leser!  

Absurdes verhalten von „Superschurken“ ist man als Krimileser ja gewöhnt. Mein Eindruck ist, dass in den letzten Jahren ein Wettlauf eingesetzt hat um die brutalsten, fiesesten und unmenschlichsten Täter und Taten im Genre der Krimis.

Ein  Gegensatz zu diesem Brutalo-Trend sind Bücher wie der König von Berlin.

Horst Evers hat es geschft einen Krimi zu schreiben der selbst mich als „Krimi-Muffel“ begesitert!

Erfrischend und Humorvoll, das Buch hat alles was ein Krimi braucht:  ein Klassische „Mordfall“, Humor und „Schurken“, die  sich menschlicher als der durchschnittliche Krimibösewicht verhalten.

So, das war Offtopic, musste aber mal gesagt werden!

Ach ja, Wenn Ihr noch einen Buch oder Krimi Tipp für mich habt, ab damit in die Kommentare.

 

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Kommentare

  1. Sarah  Oktober 23, 2014

    Oh, das klingt wirklich gut! Ein Buch nach meinem Geschmack! Ich habe momentan leider kein Buch zu empfehlen, obwohl ich sehr viel lese, aber lese gerade irgendwie nur so „Standard“-Krimis, was aber daran liegt, dass ich meine Bücher in Papierform noch alle lesen will, bis ich nächsten Monat den Kindle bekomme 😉 Den „König von Berlin“ gibt es ja auch schon als eBook und steht schon auf meiner Wunschliste.

    Viele Grüße
    Sarah

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  2. Myriam  Oktober 27, 2014

    Klingt nach einem wirklich guten Buch – ich habe es noch nicht gelesen, aber einen Kollegen, der kürzlich nach Berlin gezogen ist, zum Abschied geschenkt. Hm, da werd ich direkt mal nachfragen, ob er das Buch schon gelesen hat. :)
    Ich lese gerade: „Die Geister, die mich riefen“ von Walter von Lucadou – sehr interessant. Es handelt sich hierbei um die Arbeit eines Parapsychologen fernab von Ghostbusters, es ist also ein Sachbuch in Erzählform.
    LG Myriam

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    •  Oktober 27, 2014

      Hi Myriam,
      nettes Abschiedsgeschenk. Ich hoffe ihr habt eurem Kollegen damit keine Angst gemacht. Frag deinen Kollegen auf jedenfall mal, ob er die selben Erfahrungen wie dier Hauptcharakter gemacht hat…

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