Öffentliche Aktfotos – Fotograf auf 1.1 Millionen US Dollar verklagt

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Was passiert wenn nackte Brüste auf ein amerikanischen Wahrzeichen treffen?

Ein Skandal entsteht und eine Klage wird erhoben. Bei der Klage die gegen den Fotograf  Allen Hendson geführt wird, beläuft sich die Schadensersatzsumme auf 1.1 Millionen US Dollar! Die Summe wird von Ihm verlangt, weil er Akt-Fotos im öffentlichen Raum gemacht hat. Genaugenommen auf der belebten Besucherplattform des Empire State Buildings. Für solche Nachrichten liebe ich die Amerikaner! Ein Land in dem Provokation noch so richtig funktioniert.

Alles schon mal da gewesen?

In unserer heutigen abgeklärten Zeit ist es immer schwerer zu provozieren. Alles ist schon mal   da gewesen und die Menschen sind durch die modernen Massenmedien auch noch stärker abgestumpft. Skandale und Provokation sind aber die Mittel mit denen sich Künstler seit Jahrzehnten einen Namen machen. Das gilt für Filmstars, Maler, Fotografen und auch für Portraitfotografen. Sich ins Gespräch bringen ist das beste Marketing.

 Allen Hendson hat es geschafft!  Mit 3 Smartphone Schnappschüssen wurde er nun berühmt. Die Fotos zeigen ein  Modell, welches sich  oben ohne auf die Besucherplattform des Empire State Building gestellt hat. Das prüde Amerika mag keine öffentliche Nacktheit, das ist bekannt. New York scheinbar auch nicht, im liberalen San Francisco mit seiner lockeren Gesetzgebung wäre die Sache wohl nicht vor einem Gericht gelandet.  Jedenfalls können diese Fotos Allen Hendson 1.1 Millionen Dollar kosten!

In Deutschland gähnt man nur wenn nackte Brüste als Provokation verwendet werden. Wenn man sie in der Öffentlichkeit sieht erwartet man FEMEN Aktivisten oder  PETA Mitglieder. Dann versucht man(n) angestrengt die  Schrift und Slogans mit denen die Frauen  bemalt sind zu entziffern, damit man(n) auch weiß um welches politische Ziel es geht..

In Amerika ist das anders

Nicht so bei Allen Hendson: Pure Provokation, einfach nur Fotos ohne das Ziel die Welt zu retten. Die amerikanischen Fotos sind in meinen Augen deswegen bemerkenswert, weil  von Hudson diese hohe Schadensersatzsumme gefordert wird und er dadurch internationale PR bekommt.

Der Grund, warum er verklagt wurde war, dass durch seine sich viral verbreitendendes Fotos dass Ansehen des amerikanischen Wahrzeichens herabgesetzt wird. Dadurch würden weniger Besucher kommen!

Ich weiß ja nicht was der Eintritt kostet aber wenn die 1.1 Millionen Dollar von dem Fotografen haben wollen, dann müssen sie von sehr vielen Besuchern ausgehen, die dort nicht mehr hinwollen (vielleicht weil sie nun der Meinung sind- , dass sie dort von unbekleideten Frauen angefallen werden)!

Wenn ihr mich fragt, war die Klage ein Marketing Gag des Empire State Buildings:

“Lass uns den Fotografen verklagen, dann kommt unser Gebäude in die Medien und die Besucherzahlen steigen!“

„Ja, genau! Vielleicht denken sich die Besucher, dass es auf der Plattform unbekleidete Frauen zu sehen gibt und wir haben dann einen Besucherzuwachs!“

„Wenn die Klage durchkommt, dann haben wir noch die 1.1 Millionen Dollar dazu!“

So was in der Art werden sich die Kläger wohl gedacht haben und wenn sie viel Glück haben, bekommen sie auch noch das Geld zugesprochen.

Ruhm und Bekanntheit = Mission erreicht!

Der Fotograf hat es jedenfalls geschafft. Es gibt nur eine schlechte Presse und das ist keine Presse sagt ein Sprichwort. Ich denke dem Fotografen und dem Gebäude wird das Ganze einen PR-Schub geben.

Man mag von den Fotos halten was man will, aber durch diese Klage ist der Kerl jetzt international bekannt geworden.

Gratulation Allen!

Selbst die deutschen Medien, wie die Onlineseite der Welt  haben über die Klage berichtet.

Auf seiner Facebook Seite zeigt er Artikel aus verschiedenen internationalen Medien, die über ihn und seine Fotos berichten.

Was macht Hendson sonst so?

Wenn man sich Hendsons Fotos anschaut, sind viel schwarz-weiß Aufnahmen zu sehen. Viele Fotos sind moderne Fashion Fotografie. Dann gibt es noch seine Serie, in der er nackte und halbnackte Frauen in öffentlichen Plätzen fotografiert.  Im Central Park, auf Wolkenkratzern wie in dem Video das auf seinem Vimeo Kanal zu finden ist:

[vimeo size=“span12″ src=“http://vimeo.com/70746515″ clearbottom=“false“]

Ein Model wurde von ihm  oben ohne beim Essen in einem Restaurant fotografiert. Was an sich nicht so provokant ist, da Helmuth Newton seine Frau June Newton auch schon oben Ohne in der Öffentlichkeit in einem Restaurant abgelichtet hat (nur halt 30 Jahre vorher). Die Hommage an Newton zeigt, dass sich die Art der Provokation in der Fotografie zu wiederohlen scheint.

Provokation in Deutschland, funktioniert das noch?
Bestimmt! Helmuth Newton konnte in den 80er Jahren durch seine „Big Nudes“ provozieren. Warum soll sich das nicht wiederhohlen lassen?

In Deutschland funktioniert Provokation zu Zeit aber scheinbar nur noch literarisch. Charlotte Roche und Thilo Sarrazin haben es mit ihren Büchern geschafft. Zugegeben bei den Büchern handelt es sich um ganz unterschiedliche „literarische“ Gattungen, aber beide haben hohen Verkaufszahlen und einer starken Verbreitung ihrer Werke durch einen Skandal gemeinsam.

Gratulation Allen Hendson!

Die 1.1 Millionen bekommst du bestimmt durch den Verkauf deiner Fotos wieder raus! Ich hoffe nur, dass das Ganze für dich kein Strohfeuer wird.

Was haltet ihr von dem Vorfall? Wie findet ihr die Fotos (hier der Link) und was sagt ihr zu der Klageforderung von 1.1 Millionen Us-Dollar: Gerechtfertigt oder völlig absurd? Über eure Meinung und eure Kommentare würde ich mich sehr freuen.

 

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Kommentare

  1. Tina  Januar 17, 2014

    Typisch Ami würde ich dazu sagen – die Summe empfinde ich auch als absolut übertrieben. Wobei ich glaube, dass ihm die Fotos evtl. mehr nutzen als schaden könnten 😉
    Lg

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    • Stephan Schwartz  Januar 20, 2014

      Ja, die Summer empfinde ich auch als wirklich hoch, aber in Amerika sind die Größenordnungen nicht unüblich.

      Ich bin auf jedenfall mal gespannt wie das ganze weiter geht.

      Gruß Stephan

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