Kein Crystal-Meth sondern Salz muss in die Blogsuppe

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Salz, und was sonst noch in die Blogsuppe kommt

Das Geheimnis einen erfolgreichen Blog zu schreiben

Dieser Artikel beinhaltet eine Blog Marketing Erkenntnis, die extrem wichtig ist! Meiner Erfahrung nach ist sie die Priese Salz, die in jede „Blogsuppe“ gehört. Leider erfährt man davon so gut wie nichts, wenn man über erfolgreiches Bloggen liest. Da erhält man meinstens nur die typischen 4 Ratschläge:

  1. schreibe themenbezogen (nischentreu),
  2. veröffentliche regelmäßig Inhalte
  3. schreibe verständlich und fehlerfrei
  4. verlinke clever und mach Werbung für deine Artikel. 

Das stimmt alles. Keine Frage!

Aber Ist das wirklich Alles?

Das sind alles Zutaten für eine ganz normale „Blogsuppe“. So eine Sauce finden wir überall im Netz.

Das Kantinenfutter für den Geist. Günstig, leicht zu finden, aber nicht wirklich lecker.  Das kann nicht alles sein! 

Ist euch schon mal aufgefallen, dass einige Blogs etwas mehr Pepp haben als andere? Was machen die besser?

Wie schaffen es solche Blogs erfolgreicher zu sein?

Was die guten Blogs auszeichnet:

Beim Blog Marketing geht es um mehr als um das Schreiben!

Das es beim Bloggen um etwas anderes geht, als nur um das Artikelschreiben, ist mir schon lange klar.

Meine Erleuchtung zu dem Thema kam mit einem 3 KG schweren Kekspaket. Ich hatte mich verpflichtet Kekstester für Lambertz zu spielen. Da ich ein wahrer „Schoko-Suchti“ bin, hatte ich mich spontan für die Kampagne beworben. Natürlich hatte ich mir wenig Gedanken darüber gemacht, ob Kekse inhaltlich zu einem Fotografie und Marketingblog passen.

Der Magen denkt und das Gehirn stellt sich taub.

Als ich fröhlich knuspernd die Hälfte der Kekse verspeist hatte ist mir aufgefallen, dass ich nebenbei meine „Blog-Seele“ verkauft hatte. Alles für eine Handvoll Kekse. (Hey, immerhin besser als Hommer Simpson, der hat nur einen Donut bekommen).

Was noch schlimmer war, ich musste das in einem Blogartikel erklären. Ich gab also offensiv in dem Blogartikel zu nun unter die Produkttester gegangen zu sein. Ich rechnete mit Kritik, aber es passierte etwas das mich  das mich überrascht hat:

Der Keks-Artikel wurde sehr oft aufgerufen und positiv kommentiert. Scheinbar sah niemand das Gebot „Bleibe an deinem Thema haften“ so streng wie ich.

Mein Versuch, die Kekse in mein Thema einzubinden und ein Keks und Zitronen Shooting zu posten erzeugte  nicht so viel Resonanz, obwohl es super Fotos waren.

Rocken Kekse mehr als meine Fotos? Warum hatte der Keksartikel mehr Aufrufe als andere Artikel?

Makro-Foto-Salzkristalle

Nein, das ist kein Crystal-Meth, sondern eine Makro-Aufnahme von Salzkristallen.

Auf die Verpackung kommt es an: „Nischentreue“ ist nicht alles.

Ich hatte eine Erkenntnis. Ein erfolgreicher Blog braucht mehr, als die 4 Punkte, die ich oben angeführt habe. Ausserdem sollte man sein Blogthema nicht todernst nehmen. Ein Blogger darf auch Off-Topic Artikel schreiben.

Klar, man bekommt mit Keksen keine Leser, die nach „Portraitfotografen“ googeln auf den Blog gelockt. Aus Sicht der optimalen Keywordoptimierung ist das also Quatsch.  Die Off-Topic Artikel sind aber zu etwas anderem nützlich. Etwas, das sich mehr auszahlt als die „perfekte Keyworddichte“.

Durch Off-Topic Artikel neue Leser an den Blog binden.

Mann nutzt solche Artikel, um dem Blog etwas Charme und Persönlichkeit einzuhauchen! Denn das wertet einen Blog ungemein auf. Das bindet neue Leser und das bringt einem Längerfristig weiter.

Wenn man es wohl dossiert!

5. Punkt: Persönlichkeit und Charme

Ein bloggender Legastheniker mit minimalem Grammatikgefühl sticht jeden Blog aus, wenn sein Text perfekt geschriebenen ist!

Zumindest wenn das „Buchstabenmassaker“ in folgenden Punkten vorne liegt: Charisma, Persönlichkeit und Story.

Darauf kommt es an!

Viel wichtiger als perfekte Rechtschreibung und Hochglanz-Fotos sind bei einem Blog die Geschichten, die hinter ihm stecken! Die Person, die den Blog schreibt muss interessieren und  die Artikel und das Design sollen dem Blog „Persönlichkeit“ geben. So etwas erwartet ein Leser und das macht auch den Blog glaubhaft.

Persönlichkeit schlägt Form

Ihr schüttelt skeptisch den Kopf und sagt „Nein, Rechtschreibung, Gramatik und Struktur sind wichtiger?“ Dann lest mal das Buch Blumen für Algernon von Daniel Keys. Das Buch ist eines meiner Lieblingsbücher. Es ist eine geniale SF-Geschichte, die den Leser einfängt, weil der Protagonist und sein Schicksal ergreifend und charmant dargestellt sind.

Wer sich am Ende des Buches über die Rechtschreibung aufregt, hat kein Herz!

Wer sich dann noch fragt, warum sich das Buch über 5 Millionen mal verkauft hat und den Nebula und den Hugo Award gewonnen hat, der hat keinen Verstand.

Die „Blog-Persönlichkeit“ eine Säule im Blog-Marketing.

Der Leser will in einem Blog immer die Meinung einer Person erfahren. Klar sollte das ganze unterhaltsam sein. Wenn es aber nur um die perfekt dargelegten Fachinformationen gehen würde, dann würde ein Leser zu  Fachmagazinen greifen.

Ich finde es viel unterhaltsamer in Food-Blogs zu stöbern, in denen ich auch Infos zur Zubereitung finde, als ein Kochbuch zu lesen. Im Blog erfahre ich, wenn beim Backen der Keks-Mandel-Torte die Küchenmaschine explodiert ist. Die Information, dass ein Apfelkuchen einem Mispel-Kuchen vorzuziehen ist würde ich in  einem Kochbuch auch niemals finden. Da wird ja jedes Rezept als lecker beschrieben.

Persönlichkeit das perfekte UPS

Halten wir fest: Der Leser will Persönlichkeit!

Darum fotografieren sich viele Fashionblogger(innen) auch dauernd selber! Blogger mit Kleidung,  Make up oder den Haustieren. Das sind die Informationen die man in einer Tageszeitung vergeblich suchen wird. Im Blog findet man Sie aber und deswegen lesen Menschen auch Blogs.

Persönlichkeit ist das perfekte Alleinstellungsmerkmal! Da die Persönlichkeit etwas ist, das kein anderer kopieren kann! Wenn man seine Persönlichkeit erfolgreich etabliert hat, dann kann man sich auch dabei filmen wie man 10 Minuten Müsli verspeist und bekommt über 300.000 Aufrufe. 

Wie bringe ich nun „Persönlichkeit“ in den Blog?

Gute Frage! Mein Tipp ist es damit anzufangen spezielle Fachinformationen mit persönlichen Ansichten und Erfahrungen zu verbinden. Dabei ist zu beachten, dass die speziellen Fachinformationen aus deinem Spezialgebiet als Blogger (deiner Blognische) kommen. Der Schreiber einer Kolumne kann ruhig mal davon berichten, was schief gelaufen ist. Das wirkt symphatisch und menschlich. Den Spannungsbogen hält man dadurch auch viel besser. Wenn im Blog einige Hindernisse und Probleme auftauchen, ist der Leser interessiert und verfolgt den Artikel genauer.

Sorge für ein Happie End!

Wenn euer Blogartikel einen Spannungsbogen hat, dann ist es sehr wichtig, dass ihr ein Happy End hinbekommt!

Die Story muss postiv enden!

Der Schluss und die Hochzeitsfotos waren ruiniert und alle Gäste waren sauerbringt einem keine neuen Fotoaufträge. Auch ein Ende wie: „das ist mein letzter Blogbeitrag, ich habe die Nase voll. Nie wieder fasse ich Make up an.“ bringt keine neuen Besucher auf den Beauty Blog.

Ein besserer Schluss wäre da:“Uff, nie wieder kombiniere ich diese Make-Up Farben. Zum Glück hatte ich noch Abschminktücher! Schaut nächste Woche wieder rein, da berichte ich euch was über Lippenstifte.“

Persönlichkeit duch Selfies?

Ich selber bin kein Freund davon sich stark mit persönlichen Fotos in seinem Blog zu präsentieren. Die Methode funktioniert, das beweisen viele Blogger, die mit diesem Mittel erfolgreich arbeiten. Als Fotokünstler möchte ich, dass meine Fotos wirken (und nicht etwa nur mein Traumkörper, der gut auf den Fotos wirkt).

Auch ein Off-Topic Artikel kann sehr befreiend wirken. Diesen Luxus kann man sich als Blogger gönnen! Größere Magazine wie z.B. Kwerfeldein können nicht einfach darüber schreiben wie toll es ist Kekse zu testen 😉 (Grüße an Martin Gommel und seine Crew ihr produziert wirklich ein klasse Magazin)

Personenkult um Blogger?

Den Personenkult sollte man bei einem deutschsprachigen Blog aber nicht überbewerten. Bei You Tubern ist das viel extremer. „Persönlichkeit“ kann als ein Gewürz in der Blogsuppe verstanden werden. Dabei sollte man es aber mit dem salzen nicht übertreiben! Es ist nicht abzustreiten, dass viele Blogs durch die Person hinter dem Blog gewinnen. Blog-Rockstars wie Patt Flyn oder Seth Godin punkten durch die Kombination von Information und Persönlichkeit.

Das heißt die Mischung machts!

Die Erfolgsformel: Profi Know-How mit einer Prise Dilletantismus

Klar, das Rezept ist nicht für jeden geeignet.

Wer einen souveränen Finanzblog schreibt, der sollte davon die Finger lassen. Da sind dann Rechtschreibung und Fakten wichtiger. Die Information, dass man mit den letzten Spekulationen Haus und Hof verspielt hat, sollte man da auch lieber unterschlagen. Deswegen sollte man positive und weiche Faktoren streuen. Das man Sport macht (positiv), das man Kekse liebt (kleine schwäche) oder ein Familienmensch ist (positiv). Dadurch bekommt ein Blog Persönlichkeit. Durch  diese Prise Persönlichkeit wird jeder Blog aufgewertet. Es kommt halt nur auf die Dosis an. Für alle die Spaß am Nachkochen haben hier nochmal die Kurzform:

Die Formel:  Blog-Persönlichkeit erschaffen

Blog Persönlichkeit = spezielle Fachinformationen + Ansichten + Erlebnisse + persönliche Fotos

6
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Kommentare

  1. Susanne  Oktober 6, 2014

    Und deshalb blogge ich heute noch über Käsesuppe :-)

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  2. Susanne  Oktober 7, 2014

    Nun hat es gestern doch nicht mehr geklappt mit der Käsesuppe, ein Großbrand hat mir den Feierabend verhagelt. So ist das Reporterleben. Nun aber gibt’s Käsesuppe online: http://pyrolim.de/pyropro/2014/das-digitale-leben-und-die-reale-kaesesuppe/

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  3. Ann-Bettina  Oktober 11, 2014

    Ich sehe das genauso: ein gelegentlicher Off-Topic Artikel schadet nichts. Ich habe mir vor einiger Zeit sogar eine Off-Topic Blogparade geleistet :-) Schließlich hat Google Glass weder etwas mit Büchern noch mit Blogging zu tun. Lief gut, viele Leser fanden das interessant. Hat meinem Blog nicht geschadet, im Gegenteil:-)
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

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  4. Myriam  Oktober 14, 2014

    Bravo! Das ist seit langem der erste Blogbeitrag übers bloggen bei dem ich keinen Würgereflex bekommen habe. Ich mag nämlich keine Texte, wie „1001 Tipps zum besseren Bloggen, die garantiert funktionieren“. Die lese ich mir durch und denke: „Ja, das ich regelmäßig bloggen sollte, weiß ich, das mit dem Social web auch, und die anderen Punkte auch …. wo ist das Neue?
    Klar ist es auch wichtig, dass man etwas „persönliches“ schreiben sollte, es wird hier aber erfrischend und neu aufbereitet. Das gefällt mir. Ich kann auch nicht 100 % nur über Leipzig oder Reisen schreiben …. es gibt auch noch andere Themen, die mich interessieren und wenn der Blog in gewisser Weise mich repräsentieren soll, dann müssen da auch mehr Themen rein – ich bin vielfältig und das sollte mein Blog auch sein. Bei mir funktionieren reine Foto-Beiträge recht gut und ich hoffe, dass die Leser auch meine Texte zu den Wirtschaftsthemen lesen, denn die liegen mir am Herzen. Also versuche ich sie durch „leichte Themen“ zu ködern. Diese Strategie klappt recht gut. Mal sehen wie es sich noch weiter entwickelt :) LG Myriam

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    •  Oktober 15, 2014

      Hallo Myriam, danke für das Lob :)

      Das freut mich wirklich, dass dir der Artikel gefallen hat!
      Ich lese recht viele Blogtipps und auch viel über Blogmarketing. Den „Würgreflex“ empfinde ich bei meinen Recherchen leider auch sehr oft. Themen wie „Erfolg beim Bloggen“ sind dafür per se schon sehr anfällig dafür. Da der Begriff „Erfolg“ ja so unbestimmt ist und man dazu wirklich alles lesen kann. Von den „4 typischen Tipps“ bis hin zu „du musst ausreichend viel Trinken, denn nur so bleibt dein Körper Fit und du kannst Erfolg haben“. Echt, so was habe ich schon zu dem Erfolgsthema gehört, kein Scherz.
      Deswegen schreibe ich seit einiger Zeit auch an einem Buch zu dem Thema, das aus meiner Sicht hilfreiche Tipps enthält. Da ich zu dem Thema meine Meinung aktuell nur 2 wirklich gute Bücher in deutscher Sprache gibt.

      Wenn jemand einen guten Buchtipp zu dem Thema für mich hat, bitte ab in die Kommentare damit !!!

      Wenn dich das Thema interessiert verweise ich dich auf mein kostenloses E-Book zu den Grundlagen:
      „Blogmarketing für Unternehmen“ Das enthält zwar hauptsächlich „Basics“, aber auch einiges was für den Erfahrenen Blogger lesenswert ist. Wenn dich das Thema interessiert kannst du da ja mal reinschauen, kostet ja nichts 😉

      Die Themen die einem am Herzen liegen mit anderen Themen zu ködern versuche ich auch. Auch wenn mir klar ist das meine dezenten Hinweise auf bekannte oder unbekannte Künstler die mir gut gefallen oft nicht so gefragt sind. Aber selbst wenn meine Stammleser die Themen überblättern, werden die Artikel bei Google gefunden. Ich denke das ist eine gute Möglichkeit um „Offtopic“ langsam auch zu „Topci“ zu machen.

      Beste Grüße

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