Buchrezension Menschen Fotografieren

Geschrieben von:

Heute stelle ich das Buch Menschen fotografieren: Porträt von Uta-Felicita Ott  vor. Das Buch beschäftigt sich mit der Peoplefotografie und den Basics der Fototechnik und Bildbearbeitung.

Die Autorin: Frau Ott ist freiberufliche Fotografin und Dozentin an der Fotoakademie Dortmund.

Buchinhalt:

Das Buch ist im handlichen Taschenformat erschienen und behandelt in zehn Kapiteln grundlegende fotografische Themen. In Kapitel 1 – 5 werden Basics wie Kameratechnik, der Einsatz von Blitz, und Bildgestaltungsgrundlagen aufgeführt. Dort wird erklärt was für Objektive es gibt, was der Weißabgleich und was der goldene Schnitt ist. Die Kapitel 6 – 10 beschäftigen sich unter anderem mit der farblichen Bildgestaltung und dem digitalen Workflow. Das Buch beinhaltet viele Fotografien, welche im Verhältnis zum Text dominant sind.

Meine Meinung

Was ist gut an dem Buch

 

Das Buch bietet einen Überblick über Kameratechnik und einige wesentlichen Elemente der Porträtfotografie. Dabei erhebt es sicherlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern will den Leser schnell informieren. Das gelingt dem Buch auch. Ein blutiger Fotoanfänger hat nach dem Buch eine Vorstellung was fotografisch relevant ist und wird bei der Lektüre nicht überfordert. Unterhaltsam sind auch die Tipps die den Lesefluss auflockern (wie z. B. auf Seite 43 „das weibliche Fotografen ein weißes Kopftuch als Blitzfläche nutzen können um keine Probleme mit dem Weißabgleich zu bekommen“. Gefallen hat mir auch der Bildbearbeitungsabschnitt in dem die elementaren Grundlagen ihres digitalen Workflows dargestellt sind.

Was kann man verbessern:

Zu wenig Text!

Der „Vorteil“ des Buches, dass es mit wenig Text auskommt sehe ich etwas kritisch. Leser die tiefer an der Materie interessiert sind werden von der Kürze der Ausführungen sicherlich enttäuscht sein.

Die Fotoauswahl

Teile der dargestellten Porträtfotografien konnten mich nicht überzeugen, da sie mir nicht pointiert genug waren. Oft tauchen in dem Buch Fotos aus gleichen Serien auf (die Fotos sind auch auf der Homepage der Autorin  in Ihrem Portfolio zu finden). Der selbe Gitarrespieler in schwarz-weiß wird in leicht veränderter Pose auf S 21, S. 98 und auf S.116 abgedruckt. Mit Bildunterschriften, die nicht zwingend dieses Foto und das Motiv vorausgesetzt hätten. Auch einige der Bilder, die zeigen sollen „wie man es nicht macht“ hätte man sich sparen können (z. B. ein Foto mit starkem Rotstich S.61, das zeigen soll was mit dem Bild passiert wenn man gegen farbige Flächen blitz).

Der Eindruck wird erweckt, dass die vielen Fotografien als Buchfüller verwendet werden.  Weniger Fotos und mehr „Know How“ in Textform hätte dem Buch meiner Meinung nach gut getan.

Sehr allgemeine  Ausführungen

Wie schon erwähnt sollen die Texte im Buch kurz und griffig sein. Leider wird teilweise über das Ziel hinausgeschossen. Beispielsweise auf S. 136:  „Die meisten Low-Key-Aufnahmen werden mit nur einer Lichtquelle fotografiert. Tageslicht oder der Einsatz von einfachen Lampen ist hier völlig ausreichend“ Eine derartige Verallgemeinerung unterschlägt, dass es im weiten Feld  der Studiofotografie sehr komplexe Low Key Lichtaufbauten gibt, die nur einzelne Gesichtspartien betonen.

Studiofotografie fehlt völlig

Die Studiofotografie wird in dem gesamten Buch nicht thematisiert. Es wird „Blitzfotografie“ so vorgestellt, dass es den Kamera internen Blitz gibt und den Aufsteckblitz. Ausführungen zur Studiofotografie oder Strobist Equipment, das in letzter Zeit auch für Anfänger immer erschwinglicher wird, fehlen völlig.

Fazit:

Das Buch hat mich persönlich nicht überzeugt. Ich bevorzuge bei Fachliteratur Werke mit etwas mehr Text. Ein Hinweis in dem Buch, dass es „für Anfänger ist“ hätte dem Buch gutgetan und meine Erwartungshaltung vielleicht in andere Bahnen gelenkt. Normalerweise würde ich das Buch aus diesem Grund hier nicht vorstellen. Ich stelle das Werk trotzdem vor, da ich für das Buch zugegebenermaßen nicht der richtige Adressat bin. Meine Ansprüche an ein Fachbuch über Porträtfotografie sind recht hoch. Ein Fotobuch das sich auf ein Thema spezialisiert, sollte in dem Bereich meiner Meinung nach über die fotografischen Basics (Blende, Isozahl, Belichtungszeit, Bildgestaltung) hinausgehen. Da es mir schwer fällt das Buch mit den Augen eines Anfängers zu lesen, und auch um fair zu bleiben, möchte ich aufführen, für wen das Buch nützlich sein kann.

Für wen kann das Buch lesenswert sein?

Das Buch ist für Fotoanfänger! Blutige Fotoanfänger, die einen ersten Einstieg in die Fotografie machen und absolut nicht überfordert werden wollen. Es stellt kurz und knapp die wesentliche Informationen zur Fotografie dar. Wer einen Überblick über die Materie bekommen möchte, und keine Vorkenntnisse hat, für den wird das Buch möglicherweise hilfreich sein.

 

Buch Steckbrief:

Titel:  Menschen fotografieren: Porträt
Autor: Uta-Felicita Ott
Taschenbuch Ausgabe 175 Seiten  Auflage: 1., Aufl. (5. April 2013)
ISBN-10: 3826632028

Einen ganz Herzlichen Dank geht an den MIP Verlag, der mir das Buch „Menschen Fotografieren: Porträt“  als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Der Blogbeitrag stellt meine unbeeinflusste Meinung über das Buch dar. Eine mögliche Buchempfehlung erfolgt ehrlich und  unabhängig von Dritteinflüssen.

Links: Wer hat das Buch noch Rezensiert?

 

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Kommentare

  1. ilona-rennt  September 14, 2013

    Ich finde es super, dass du Buchrezensionen veröffentlichst. Mir persönlich fällt es immer sehr schwer ein gutes Buch in diesem Themengebiet zu finden. Entweder bin ich über- oder unterfordert. Da die Anschaffungskosten nicht immer in der „Ach, das nehme ich mal mit“-Liga spielen, freue ich mich über jede weitere Rezension.

    antworten
    • Stephan Schwartz  September 15, 2013

      Hey, das freut mich das dir die Buchrezensionen gefallen. :)

      Mit den Anschafungskosten von Fotobücher geht es mir genau so.
      die liegen meistens preislich wirklich über dem „Gelegenheitskauf“
      (was bei den kosten für die vielen Farbprints die heutzutage üblich sind auch
      verständlich ist)

      Eine Ausßnahme davon sind einige preiswerten „Bildbandschnäpchen“ (z.B. vom
      Taschenverlag) aber meistens überlege ich mir auch recht gut welches Buch ich mir
      anschaffe. Deswegen finde ich Sachbüchrezensionen und Buchvorstellugnen auch selber oft
      sehr hilfreich. Auf meiner Rezensionsliste sind noch einige Bücher,
      die ich im Blog nach und nach vorstellen werde z.B. auch Biographien von Fotografen

      Gruß Stephan

      antworten
  2. Mari  Oktober 4, 2013

    Darf ich dich fragen was genau für dich ein Fotoanfänger ist?
    Generell fotografiere ich schon, aber mehr Landschaften, Blumen etc.
    Gehöre ich dann auch zu den Anfängern? Würde nämlich gerne mehr in die People Fotografie gehen :)
    Lieben Gruß ♥

    antworten
    • Stephan Schwartz  Oktober 4, 2013

      Hallo Mari,

      Also mit Fotoanfänger meinte ich, bezogen auf das Buch jemanden der
      keine oder kaum Ahnung von Kameratechnik und Bildgestaltung hat.

      In dem Buch werden zu einem großen Teil knapp „Basics“ erklärt. Wie z.B. (wie verhalten sich Blende,Belichtungszeit & Iso Zahl zueinander, welche objektive gibt es und was ist ein Weitwinkel, was ist die blaue Stunde,was sind Perspektiven und was ist der goldene Schnitt).

      Für jemanden der nur im Automatikmodus fotografiert und von all dem noch gar nichts gehört oder gelesen hat, für denn kann das Buch vielleicht hilfreich sein. (weil es einen ersten Einstieg in die Materie bietet).
      Wenn man schon einige Fotografiekenntnisse hat würde ich das Buch nicht empfehlen, da es leider nicht genug in die Tiefe geht und vieles auch nicht erklärt (bzw. es so allgemein erklärt das man es sich selbst erarbeiten muß).

      Ich werde mal nachdenken vielleicht fällt mir ein besserer Buchtipp ein zum einstig in die Peoplefotografie.

      lieben Gruß
      Stephan

      antworten

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