8 Tipps: Visitenkarten für Künstler & Fotografen

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8 Tipps: Visitenkarten für Künstler & Fotografen

Jeder, der als Künstler vorankommen will, macht sich irgendwann über seine Außenwirkung Gedanken. Machen Visitenkarten für das erfolgreiche Kunstmarketing Sinn?

Oder sind Businesscards nur Angeberei?

Wie soll meine Künstler-Visitenkarte aussehen? Was sollte draufstehen?

Nicht jeder kann und will einen Profi anheuern, der einem Designvisitenkarten mit eigenem Logo zusammenstellt. Für alle die, die  sich selber mit diesen Fragen beschäftigen gebe ich hier ein paar Hilfestellungen.

Visitenkarten für Kreative was ist zu beachten:

 

1)      Image ist alles!

 Brauche ich eine Visitenkarte wirklich?

Über den Sinn oder Unsinn der Visitenkarten für Künstler kann man lange diskutieren. Ein Künstler hat ein gewisses Image, dass er sorgsam pflegen sollte. Was wäre ein Keith Richards, ein Michelangelo oder ein Hemingway ohne ihre Visitenkarten?

Richtig, ein bekannter Künstler!

Merke: Ein Rockstar gewinnt nichts durch eine Visitenkarte!

Er ist schon so bekannt, dass er das nicht mehr braucht. Ja, sogar im Gegenteil, was würden die Fans denken, wen ein verrufener anarchischer Rockstar auf Abruf spießige „Max Mustermann“ Visitenkarten bereit hält?

Tipp: Prüfe ob dein Künstler Image wirklich eine Visitenkarte braucht?

Visitenkarten sind nur ein Stück Karton! Als Fotografen müsst ihr durch eure Fotos punkten.

 

2)      Wem nützt denn nun eine Visitenkarte?

Jedem, der eine Dienstleistung anbietet, in persönlichen Kontakt mit Menschen tritt und in Erinnerung bleiben will!

Also allgemein gesprochen alle kleinen und mittelgroßen Künstler, die auf Dienstleitungen angewiesen sind, welche sie individuell anbieten: Fotografen, bildende Künstler, Musiker die auf Hochzeiten spielen ect.

Visitenkarten können zur Kundengewinnung ein nützliches Hilfsmittel sein.

Tipp: Wenn du Dienstleitungen anbieten möchtest und jemanden Unbekannten schnell in Erinnerung bleiben willst, dann können Visitenkarten wirklich für dich Sinn machen. Wenn deine Vermarktung über das Internet funktioniert, brauchst du dir keine Gedanken über RL Visitenkarten machen. Visitenkarten funktionieren, wenn sie persönlich überrreicht werden und so als weitere Erinnerungsstütze dienen. Da war doch dieser symphatische Künstler der mir seine Visitenkarten gegeben hat..

 

Foto Visitenkarten

Visitenkarten mit verschiedenen Frontmotiven.
Vorteile:
1) Auffällige Karte 2) Das können des Fotografen kann gleich gezeigt werden.
Nachteil:
relativ teuer

3)      Seriös oder auffällig?

Für wen sind die Visitenkarten gedacht?

Überlege dir, wem du die Visitenkarten in die Hand geben willst.

Was willst du damit erreichen?

Bedenke Punkt 1! Ein Künstler lebt von seinem Image. Wenn du ein spezialisierter Hochzeitsfotograf bist, brauchst du sicherlich eine andere Visitenkarte, als wenn du abstrakte Klanginstallationen machst.

Visitenkartenskala: Seriös bleiben oder lieber auffallen?

Die Visitenkarten Skala hat zwei Extreme: Auffälligkeit und Seriosität:

Die seriöse Visitenkarten enthält das, was alle Visitenkarten haben:

„Max Mustermann“

Musterkünstlername

Musterstraße

Musteremail ect.

Was tut diese Visitenkarten nicht?

Sie fällt nicht auf.

Sie geht unter!

Ja, sie ist manchmal sogar richtig langweilig.

Welcher Künstler möchte schon langweilen?

Mit Form, Farbe und Gestaltung kann man dieses ändern.  Dadurch fällt die Visitenkarten mehr ins Auge.  Aber Vorsicht! Nicht jedes Auffallen ist gut, wie folgende Geschichte zeigt:

Sex sells? Nicht immer!

Eine Grafikerin, die ich kennengelernt habe, hat mir ihre selbstgebastelten „Patchwork-Visitenkarten“ gezeigt. Diese waren individuell von Karten und Zeitschriften ausgeschnitten. Die Frontseite hatte ein individuelles Motiv und die Rückseite eine Aufschrift von ihren Kontaktdaten. Die Motive zeigten zum einen nicht ihre Arbeit zum anderen war die Auswahl an Motiven auch recht „unorthodox“. Von Designmustern bis hin zur leicht bekleideten weiblichen Brust waren verschiedene Motive dabei. Bei den Visitenkarten, die Nacktheit andeuteten sagte die Designerin noch: „Mal schauen wem ich diese Visitenkarte gebe, oder besser ob ich sie überhaupt jemanden gebe“

Auffällig waren die Visitenkarten!

Im Gedächnis wäre man damit auch geblieben. Fragt sich nur ob es einen Kundenkontakt gegeben hätte.

Tipp: Entscheide dich, ob du seriös wirken willst (Bsp. wenn du einer Galerie oder einem seriösen Kunden gegenüber auftrittst) oder ob du in Erinnerung bleiben möchtest.

Auffallen um jeden Preis muss nicht immer positiv sein!

Jeder der nackt zum Bewerbungsgespräch erscheint wird sicherlich auffallen. Den Ausbildungsplatz als Bankkaufmann wird man so aber nicht bekommen!

 

4)      Nich überladen!

Die Wesentlichen Kontaktdaten  sollten gut erkennbar sein.

Die wesentlichen Kontaktdaten sollten gut erkennbar sein. (bezogen auf das Vistenkartenmodel „Seriös“) Dabei sollte nicht zu viel drauf stehen. Wenn ihr keinen Laden habt, sondern als Designer von zu Hause aus arbeitet, kann auf die Anschrift verzichtet werden. Es reicht ein Verweis auf die Internetpräsenz, die diese Informationen enthält. Der Verweis auf Social Media Profile ist oft wichtiger als eure Postleitzahl!

Tipp: Überlegt euch welches Kontaktmedium die Menschen nutzen, denen ihr die Karte überreicht. Diese Informationen sollten sehr präsent auf der Karte sein. Überladet die Visitenkarte nicht mir zu viel Informationen!

 

5)      Alternative: Visitenkarten-Flyer

Als Alternative zu den Kontaktdaten kann man auch Visitenkarten-Flyer nutzen.

Was sind denn Visitenkarten-Flyer?

Das sind Visitenkarten, die neugierig machen und nur eine  prägnanten Aussage hinterlassen.

Diese Aussage sollte neugierig machen und kann z.B. eine Webadresse sein.

Wenn der Visitenkarten-Flyer folgende Wirkung hat, funktioniert er:

Was hat das denn zu bedeuten?

Das will ich jetzt aber wissen!

Zack, ihr habt einen Besucher auf eurer Internetseite.

Tipp: Versucht es mit Visitenkarten mit Flyer-Inhalten, die nur eine wichtige Information transportieren.

 

Visitenkarten-Flyer

Was beudetet dieses Zeichen? Und, Neugierig geworden?
Ein Beispiel für einen Visitenkartenflyer

6)      Teure Visitenkarten, sind die besser?

Nein, um die Antwort vorweg zu nehmen!

Ich gehe davon aus, dass jeder der das hier liest kein steinreicher „Hofkünstler“ eines Dax-Unternehmens ist.

Deswegen sollte man sich die Frage stellen, wie teuer darf eine Visitenkarte denn sein?

Es gibt sehr schöne Visitenkarten für Fotografen bei denen man 50 unterschiedliche Fotos auf die Frontseite drucken kann. Jede Visitenkarte ist individuell!

Diese Visitenkarten sind auch recht teuer.

Diese Visitenkarten können aber auch Eindruck machen!

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ich mehr Eindruck durch meine Person und meine Portfolio Mappe machen kann. Von den Fotovisitenkarten habe ich persönlich Abstand genommen.

Viele Fotografen schwören auf Fotovisitenkarten und meinen, dass es gerade bei Hochzeiten Unterhaltungswert hat, wenn Gäste verschiedene Fotos des Fotografen in Kartenform betrachten können.

Tipp: Überlegt euch, ob ihr wirklich teure Visitenkarten braucht! Zu sehr mit der Visitenkarte zu protzen kann einen falschen Eindruck hinterlassen. Eine günstige Ausführung tut es oft auch.

 

7)      Zwei verschiedene Visitenkarten nutzen

Wenn man verschiedene Kundenkreise hat, bietet es sich vieleicht an verschiedene Visitenkarten zu entwerfen.

Wenn  Tipp 6 befolgt wurde und nicht die Luxusvariante einer Visitenkarte genutzt wird, dürfte das auch nicht so teuer sein.

Der Vorteil: Man kann entscheiden was die Person besser anspricht. Was macht einen besseren Eindruck eine seriöse Visitenkarte oder z.B. ein Visitenkarten-Flyer? Das hängt immer von dem Menschen ab, der die Karte in die Hand bekommt. Wenn man zwei Visitenkartenvarianten in der Tasche hat, ist man dafür gut gerüstet.

 

Tipp: Verschiedene Visitenkarten nutzen und testen was am besten funktioniert. So kann man zwischen seriös und auffällig wechseln.

 

Visitenkarten Freie Rückseite

Eine freie Rückseite kann hilfreich sein. Auf die Rückseite können sie z.B. eine e-Mail adresse eine Telefonnummer oder eine andere Information schreiben. So wirkt die Visitenkarte persönlicher, als wenn die Information nur einmal ausgegeben wird.

8)      Achtet auf eure Markenzeichen

Eine Dienstleitung kann kopiert werden. Es gibt immer jemand, der schneller oder günstiger ist.

Deswegen braucht man ein Markenzeichen, das für euer Künstlerimage steht (siehe Tipp Nr. 1).

Euer Image kann nicht so leicht kopiert werden!

Ein Alleinstellungsmerkmal das euch von der Masse der anderen Künstler abhebt.

Genau deswegen muss dieses Markenzeichen auf die Visitenkarte!

Das hört sich jetzt kompliziert und sehr abstrakt an, deswegen erkläre ich es an einem Beispiel:

 

Der Hochzeitsfotograf für Schleierfotos:

Du bist Hochzeitsfotograf und spezialisiert auf Brautschleier-fotos. Auf einer Hochzeitsmesse verteilst du deine Karten. Ein Besucherpärchen hat am Ende des Tages vielleicht 30 Flyer und Karten von der Messe eingesteckt. Nun wählt es danach aus, welche Webseite näher angeschaut wird.

Wenn du beeindruckende Schleierfotos auf deiner Seite hast, dann solltest du den Schleier in Wort und Bild auf den Visitenkarte & Handouts verankern:

z.B. Max Mustermann – „Hochzeitschleierfotografie mit Gefühl“ und das Design mit einem eindrucksvollen Brautschleier versehen.

Dadurch werden die Personen die Brautschleierfotos suchen direkt durch dein Markenzeichen angesprochen.

Klar das ist ein Standardbeispiel, aber es zeigt wie man ein Markenzeichen verankert.

Tipp: Euer  Markenzeichen sollte euer Alleinstellugnsmerkmal unterstreicht. Eine Kamera, oder ein Objektiv  hat jeder dritte Fotograf als Symbol. Macht etwas anderes und werdet mal kreativ.

 

Fazit:

Brauche ich Visitenkarten? Wenn ja, wofür (Messen, Events, Hochzeiten ect. ) und wem gebe ich sie?

Wenn man eine Visitenkarte als Künstler verwendet sollte man sich über diese Punkte Gedanken machen.

Ich hoffe die Ausführungen konnten etwas weiterhelfen. Schreibt es mir doch in die Kommentare wenn dieser Artikel euch weitergeholfen hat ode ihr Ergänzungen habt.

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Kommentare

  1. Kleckerlabor  Juli 3, 2014

    Super Artikel, deshalb wollte ich hier mal kurz nachfragen ob du Interesse hast einen ähnlichen Beiträg im Kleckerlabor als Gastautor zu veröffentlichen, mit alles drum und dran was dazu gehört?

    antworten
    •  Juli 3, 2014

      Klasse, das freut mich das dir der Artikel gefällt. Gastartikel schreibe ich ab und an ganz gerne. Ich würde aber ein neues Thema für einen Gastartikel wählen um keinen doppelten content zu produzieren. Ich mach mir mal Gedanken, vielicht fällt mir ein schönes Thema ein bei dem ich einige Ideen aus dem Arikel mit einfliesen lassen kann. (Stichwort Aussenwirkung von Künstlern)
      Beste Grüße

      antworten

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