Von Ali bis Zappa – Isolde Ohlbaum

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Von Ali bis Zappa – Isolde Ohlbaum

Starfotografie aus den 70er Jahren

Es gibt jeden Monat so viele neue Bildbände, da ist es schwer den Überblick zu behalten. Nur durch Zufall bin ich auf einen Artikel über das Buch  Von Ali bis Zappa gestoßen. Der Bildband enthält Starfotos aus den 70er Jahren. Die Portraits wurden der Fotografin Isolde Ohlbaum gemacht.

Wie ich auf den Bildband gekommen bin?

Das kam so.

Ich stöberte   in einem Spiegel vom Anfang des Jahres. Meine Aufmerksamkeit weckte der Artikel „Glückliches München“ (Spielgel 2/2015 auf Seite 118).

Nein, nicht wegen des lahmen Titels, sondern wegen der schwarz-weiß Fotos über dem Artikel. Der Schauspieler Klaus Kinski und der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger blickten mir entgegen.

Doch wer hat die Fotos gemacht?

Gemeinerweise tauchte diese Information nicht in der Überschrift auf. Auch nicht unter den Bildern.

Die Starfotografin Isolde Ohlbaum war es

Die Antwort war im ersten Satz des Textes versteckt, die letzen Beiden Worte lauten Isolde Ohlbaum

Der Spiegel leitet so ein: „Niemand hat das Bild des deutschen Schriftstellers so geprägt wie die Fotografin Isolde Ohlbaum„.

Dann eine kurze Info zu ihrer Tätigkeit als Fotografin, zwei Zeilen Lebenslauf, ein Verweis auf München, die Stadt in der Ohlbaum studiert hat (ach sooo deswegen der Titel) und dann eine Beschreibung der Fotos mit gleichzeitiger Aufzählung der Stars:  Hans Magnus Enzensberger, Gaston Salvatore, Wim WendersBilly Wilder , Volker Elis Pilgrim , David Bowie , Katherina Böhm und Eckart Witzigmann.

Dann kommt noch eine paar abschließende Worte zu dem Jahrzehnt der 70er Jahre.

Das wars?

Beim lesen des Artikels war ich an Billy Joels Song „We didn´t start the Fire“ erinnert. Viele Informationen die schnell dargestellt sind.

Nein Mr. Joel taucht  meines Wissens nach nicht in dem Bildband auf.

Wieso steht Isolde Ohlbaum am Ende des Satzes?

Die Wichtigkeit der Fotografin wird schon im Einleitungssatz klar.

Die wichtigen Infos müssen immer an den Anfang des Satzes. Das lernt jeder Schreibanfänger. Ganz besonders wenn es ein langer Satz ist. Warum stellt ihr dann Frau Ohlbaum ans Ende?

OK, Wikipedia macht das auch nicht wirklich flockiger, wenn es darum geht zu erklären was die Fotografin Berühmt gemacht hat. Laut Wikipedia hat  sie „bedeutenden Schriftsteller deutscher Sprache des ausgehenden 20. Jahrhunderts porträtierte“ (Quelle: Wikipedia)

Starfotografie ist doch ein spannendes Thema

Also warum wir das dann so lieblos dargestellt?

Mal ehrlich, hättet ihr das nicht auf einer ganzen Seite darstellen können?

Wenn das eine bedeutende Fotografin ist dann wäre es das doch wert gewesen. Über Eliot Erwitt und Bruce Gilden könnt ihr ja auch seitenlang berichten (Spiegel 1/2015 S. 74-77 – hier auf Spiegel Online). Ach ja, die haben auchdas Google Glass getestet. Das interessiert die Massen natürlich.

Ich meine hey, Frau Ohlbaum hat doch mal für euch gearbeitet, da hättet ihr euch doch mal etwas mehr Mühe geben können.

Vielleicht tue ich dem Redakteur auch unrecht und er musste kämpfen um den Artikel Überhaupt in die Ausgabe zu bekommen.

Der Artikel zeigt, das Promi-Fotografie ein kurzlebiges Geschäft ist. Zeitgeschichte scheint sich am besten zu verkaufen wenn Katastrophen und Kriege mit involviert sind. Das können die Fotos von Schauspielern und Schriftstellern natürlich nicht bieten.

Fazit:

Ich hatte den Bildband Von Ali bis Zappa noch nicht in die Händen bekommen.  Das werde ich aber ganz schnell nachholen, das ich das Thema sehr spannend finde. Es ist natürlich schade, das solche Projekte wenig medialen Anklang finden. Ich erwarte ja nicht gleich einen Kinofilm wie Das Salz der Erde, aber etwas mehr Informationen hätte ich schon gewollt.

Das die Fotos bekannt werden und die Person des Fotografen in Vergessenheit gerät, ist eine alte Geschichte. Ich nenne das, das Walde Huth Syndrom.

Was Ihr kennt Walde Huth nicht?

Na, dann schaut euch mal den Artikel  an und überlegt, ob ihr die Fotos kennt. Dann wisst ihr was ich meine.

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