3 Gründe Fotos nicht selber zu drucken

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Mir Fallen 3 Gründe ein warum ich meine Fotos drucken lasse! Aber auch ein guter  Grund dagegen!

Ist  es geschickter die Fotos selber zu drucken oder sollte man sie in Auftrag geben? Seitdem es sehr viele hochqualitative und günstige Bilddienste im Internet gibt, ist es  etwas ruhiger um diese Frage geworden. In einem Interview hat  der große Saul Leiter einmal sinngemäß gesagt, das er selber keine Dunkelkammer unterhält, sondern das die Bilder noch etwas gewinnen wenn sie von einem Experten abgezogen werden.

[quote author=“Saul Leiter“ content=“I go to Mr Gelton and when Mr. Gelton print your pictures you become a better Photographer“]

Quelle: Interview von Laul Leiter als You Tube Video (Sein Zitat  kommt bei ca. 3 Minuten)

Das sehe ich sehr Ähnlich. Ich weiß nicht, ob ich dadurch zu einem besseren Fotografen oder Fotokünstler werde. Die Prints meiner Fotos gewinnen für mich auf jeden Fall.

3 Gründe gegen den Selbstdruck:

Warum man die Finger davon lassen sollte Fotos selber zu Drucken

 

1)      Anschaffungskosten des Fotodruckers

Ein wirklich guter Fotodrucker der in Profi Qualität druckt ist teuer!

Die wenigstens „Kunstfotografen“ die ich kenne (ich rede nicht von Fotografen die ein Passfotostudio betreiben) haben ein so hohes Print Volumen das sich dieser Aufwand  rechnen würde.

2)      Aufwand den Drucker zu kalibrieren, Papiere auszuwählen ect.

Ein guter Fotodrucker muss genauso wie ein Monitor kalibriert werden. Das experimentieren mit den Druckeinstellungen und Papieren kann Zeit und Nerven kosten.

Da ist es einfacher  sich von verschiedenen Fotodiensten (WhitewallBlurb Fine Art America & Co.) ein Foto in mehreren Ausführungen in Auftrag zu geben. Die Fotos legt man dann  nebeneinander und trifft dann seine Wahl, welche Variante einem am meisten anspricht.

 

3)      Materialkosten

Tinte und Druckerpapier insbesondere Fotopapier ist nicht günstig. Das ganze muss eingekauft und ausgewählt werden. Wehe einem man  das Papier falsch einlegt! (siehe Titelfoto).  Druckerpatronen von Tintenstrahldruckern haben auch noch die Eigenschaft einzutrocknen wenn man nicht regelmäßig druckt.

 

Der druckt Sogar DIN A3+!

Manchmal werde ich gefragt ob ich Fotos auch selber drucke. Normalerweise möchte ich dann Antworten:

„Wenn es denn unbedingt sei muss“.

Ich erinnere mich dann immer an ein Fotografentreffen das vor vielen Jahren (muss wohl um 2009 gewesen sein) startgefunden hat.   Eine Fotografin gab maßlos mit Ihrem Fotodrucker an, darauf druckt sie sogar in DIN A3+ !

Wenn man keine guten Fotos macht kann man mit dem Fotodrucker angeben

Eine Erkenntnis, die ich im Umgang mit vielen Fotografen entwickelt habe heißt:

„wenn man keine Fotos hat mit denen man angeben kann dann gibt der Fotograf halt mit seinem Equipment an“

(Kamera, Fotodrucker, Stativ, und was weiß ich noch, vielleicht  dem XXL Objektivreinigungstuch das aus Biohanf ist und handgefertigt wurde). Die,  die das nicht (oder weniger) tun sind wirklich angenehme Gesellen!  Der Gedanke einer „Kosten/Nutzen“ Überlegung taucht aus diesem Grund bei vielen Fotograf/innen scheinbar nicht auf. Die sind  viele zu sehr Technikverliebt und haben ihr Equipment einfach gern. Ich selber bin davon auch nicht völlig frei, finde den Gedanken mit möglichst geringen Mitteln einen möglichst großen Erfolg zu erzielen immer etwas verführerischer. (weswegen mein Spleen wohl DIY Fotoequipment ist worüber man ja auch lächeln kann)

Aber das man mit einem Fotodrucker angeben kann, das kann ja wohl kein wirklicher Grund darstellen einen zu nutzen!

Warum lohnt sich selber drucken vielleicht doch?

1 Grund weswegen man Fotos doch selbst drucken sollte?

Fotos selber Drucken ist in der Regel teurer, die Qualität ist meist nicht besser, als bei einem guten Bilderservice (außer man besitzt einen WIRKLICH kostspieligen Drucker) und es macht viel mehr Umstände.

Was sollte jetzt noch dafür sprechen Fotos selber zu drucken?

Für mich gibt es da einen Grund und das ist der Kunstgedanke!

Druckfehler die man sich niemals bestellen würde!

Drucke gehen daneben! Man muss nur das Fotopapier etwas schräg einlegen, oder verkehrtherum oder man kann die Papiere auch doppelt bedrucken! Daraus können Unikate werden, die man sich niemals von einem Fotoservice bestellen lassen kann.

Folgende Geschichte ist mir selber passiert :

Jemand wollte einen bestimmten Print von meinen Indienfotos haben, die ich in dem Bildband India Black & White People & Cows veröffentlicht hatte. Das Foto der „Fischer in Puri“ sollte so schnell wie möglich verfügbar sein.

So was passiert wenn man zu sehr in Eile ist. Ein falsch eingelegtes Druckerpapier und schon entstehen Unikate.

So was passiert wenn man zu sehr in Eile ist. Ein falsch eingelegtes Druckerpapier und schon entstehen Unikate.

 „Kannst du das Bild nicht schnell ausdrucken?“

Der Faktor Schnelligkeit spricht einfach für einen Selbstausdruck. Ich schnappt mir eines der wenigen Hochglanzdruckerpapiere, die mir noch geblieben sind und druckte das Foto aus. Bei ca. 2/3 des Drucks erkannte ich, dass ich Tollpatsch das Druckerpapier in der Eile falschherum eingelegt hatte und die Rückseite bedruckt wurde.  Ich entfernte das Druckerpapier, ärgerte mich still über die geschätzten 93 Cent Tintentverlust  und druckte das Bild neu aus.

Der neue Ausdruck war einwandfrei, wurde mit meinem Stempel versehen und der Print dem neuen Besitzer überreicht.

Was soll jetzt für den Fotodruck sprechen?

Das Druckerpapier mit der bedruckten Rückseite wurde von mir für einen anderen Druck benutzt. Ein sehr spezielles schwarz-weiß Portrait. Dieses ist gerahmt und hat  nun eine Unique Rückseite! Ein Einzelstück was es so nicht noch einmal geben wird. Keiner Ahnt dass sich auf der Rückseite 2/3 von einem anderen Foto befindet.

Aufgrund des Kunstgedankens werde ich weiterhin gellegendlich Fotos drucken! Aber nur gellegendlich, da die Fremdvergabe einfacher, günstiger und von der Qualität für mich besser ist!

Fazit:

Meiner Meinung brauchen   man heute keinen Fotodrucker mehr. Um schnelle Prints zu bekommen nutze ich gelegendlich meinen Fotodrucker noch, aber generell lasse ich mir liebe die Fotos abziehen.

Wie ist eure Meinung dazu?

Schlägt euer Herz für Equipment und auch Fotodrucker oder haltet ihr es wie Saul Leiter (siehe Zitat oben)?

 

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Kommentare

  1. Tina  Februar 25, 2014

    Sehe ich ganz genau so! Die Fotos, die ich mit meinem „Heimfotodrucker“ zuhause gedruckt habe (in der Regel aus Zeitmangel da Sonntags doch noch ein Foto her musste), bestachen tatsächlich auch nicht wirklich durch Professionalität
    Und für den künstlerischen Aspekt sind meine Fotos meiner Meinung noch viel zu dilettantisch um als Kunst bewertet werden zu können – daher lasse ich dann doch lieber den Profi ran!
    Liebe Grüße

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    • Stephan Schwartz  Februar 26, 2014

      Ich wollte das Selbstdrucken von Fotos nicht völlig niedermachen, deswegen der 1 Punkt für den „Kunstaspekt“.

      Dilletantisch ist das nur in meinem Beispiel gewesen, sobald das mit Konzept gemacht wird, wird das bestimmt DER neue Trend 😉

      antworten
  2. Vscream  Februar 26, 2014

    Total interessanter Post.
    Die Gründe sind richtig gut und konstruktiv zusammengefasst und ich bin auch überzeugt, dass das mit dem selbst drucken, lieber zu lassen.

    antworten
  3. Angi  März 3, 2014

    Ich habe früher in der Schule, so in der 7. Klasse eine Foto AG mitgemacht, da haben wir noch selbst im Labor entwickelt, das hat so Spass gemacht! Ich hätte schon gern so ein kleines Studio zuhause, aber in der heutigen Zeit, in der man eh sogut wie alles digital macht da reichen für mich als Amateur die Fotodruckautomaten bei Rossmann und Co. :)
    Wenn es mal viele Abzüge sind bestelle ich auch gern mal online.

    Liebe Grüße und danke für den ausführlichen Pro/Contra Beitrag
    Angi ♥

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    • Stephan Schwartz  März 3, 2014

      Hallo Angi,

      Lustig, zum erstenmal in der Dunkelkammer habe ich auch in der 7. Klasse gestanden :)

      Eine Zeitlang hatte ich sogar eine eigene SW Dunkelkammer. Mittlerweile
      ist mir das aber wie gesagt zu viel arbeit. Aber es gibt noch einige Fotografen die
      sich der „slow Photography“ wie sie es nennen verschrieben haben und voll und ganz
      annalog fotografieren.

      Lieben Gruß
      Stephan

      antworten

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