Schutz vor Fotoklau (Teil I)

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In letzter Zeit lese ich immer häufiger von dem bekannten Thema des „Fotoklaus“. Darunter wird eine Urheberrechtsverletzung verstanden, bei der Fotos ohne die Einwilligung des Fotografen verwendet werden. Dabei taucht dann die Frage auf: Wie schützt man sich davor? Bzw. ist das überhaupt möglich?

In dem Blogbeitrag (den ich in zwei Teile aufgeteilt habe) geht es um die technischen Möglichkeiten, die ergriffen werden können um sich vor Bilderdiebstahl zu schützen. Es geht also nicht um die rechtliche Durchsetzung von Urheberrechtsverletzungen. Wer sich dafür interessiert wie Bilddatein geschützt werden können, den verweisse ich auf den zweiten Teil des Artikels – Schutz der Bilddateien.

Verhindern kann man es nicht !

Wer Fotos ins Internet stellt muß sich klar sein das diese weiterverbreitet werden können und auch von anderen genutzt werden. Ob das nun rechtlich oder moralisch legitim ist oder nicht ist dabei unerheblich. Ein Möglichkeit einen Bilddiebstahl zu verhindert  gibt es nicht.

Meiner Meinung besteht bei den meisten Menschen, die die größte Angst um Ihre Fotos haben meist gar keine Notwendigkeit dazu. Von einem bekannten Fotografen haben ich die Meinung gehört, dass er, wenn er sich vor unrechtmäßiger Verwendung schüzten möchte, die Fotos nicht ins Internet stellt. Das ist meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit sich dagegen zu schützen.

Mal ehrlich wer will das schon? Wer seine Fotos im Internet veröffentlicht, der möchte eine Verbreitung. Deswegen sollte man sich meiner Meinung von der panischen Angst die Fotos können unrechtmäßig verwendet werden lösen.

Verhindern kann man den Fotoklau schließlich nicht, aber erschweren , das geht schon:

Möglichkeiten vor Fotklau zu erschweren.

Es gibt zwei Bereiche die geschützt werden können:

  • Auf der Homepage (diese wird so aufgebaut, das eine Speicherung der Fotos  erschwert wird (z. B. Deaktivierung der Maustaste, Flashomepage ect.))
  • Durch einen Schutz der Bilddateien. (z. B.Wasserzeichen, Auflösung ect. )

In diesem ersten Teil des Blogartikels gehe ich nur auf die Maßnahmen ein, die auf dem Blog getroffen werden. Im zweiten Teil gehe ich darauf ein wie die Fotodateien selber geschützt werden können.

Maßnahmen auf der Homepage / dem Blog

1. Rechte Maustaste deaktivieren

Durch das Deaktivieren der rechten Maustaste wird verhindert, das die Funktioen   „Grafik speichern“ aufgerufen werden können.

Bewertung:

  •  Schützt nicht vor Screenshot´s oder einer Speicherung per Drag and Drop
  •  Die Benutzung der Hompage wird unkomfortabler, da weitere Funktionen wie „link in neuem Tab öffnen“ auch gesperrt sind.

2. Eine anderes Bild drüberlegen

Durch die Möglichkeit ein anderes (unsichtbares ) Bild über das Foto zu legen, wird derjenige der das Foto herunterladen möchte hereingelegt.  (Flickr benutzt diesen Schutz z. B.)

Bewertung:

  •      Auch wenn eine Drag and Drop Speicherung nicht geht, besteht kein Schutz vor Screenshots
  •      Kann schnell bemerkt und umgangen werden

3. Flash Bildergalerie

Mithilfe von Flash können Fotos in einer Galerie dargestellt werden, ohne das diese gespeichert werden können.

Bewertung:

  • Die  Maßnahme schützt nicht gegen Screenshots

4. Disclaimer – Urheberschutz

Einen Hinweis, dass die Fotos urheberrechtlich geschützt sind und das eine Verbreitung nur mit einer Zustimmung erfolgen darf ändert nichts an der Rechtslage. Es schützt die Fotos auch nicht. Die Fotos unterliegen ab einer gewissen Schöpfungshöhe auch ohne einen Hinweis dem Urheberrecht. Im umgekehrten Fall schützt folgende Erklärung auf dem Blog auch nicht vor einer Bestrafung: „die Fotos gehören nicht mir und ich übernehme dafür keine Haftung. Wenn der Urheber etwas dagegen hat soll er mich anschreiben dann nehme ich sie herunter“ Dadurch kann ein Urheberrechtsverstoß nicht geheilt werden! (Diese dem Sinn nach wiedergegebene Erklärung habe ich z. B. im Footer von verschiedenen Blogs gelesen. Gleichzeitig wird dort aber auch dargelegt, dass die „eigenen Fotos“ geschützt seien. Wie gesagt beide Erklärungen schützen in keinster Weise.)

Bewertung:

  •      Schützt nicht
  •      Es schadet auch nicht an Recht & Moral zu appelieren.
  •      Hat auf das Urheberrecht keinen Einfluss

Fazit:

Wie schon oben erwähnt, ärgern diese Methoden nur denjenigen der das Bild kopieren möchte. Aufhalten können diese Maßnahmen niemanden. Von der technischen Seite betrachtet werden die Fotos beim Aufbau der Homepage geladen und im Cache des Computers bzw. auf der Festplatte abgelegt. Ganz findige Bilddiebe können sich auch aus dieser Quelle bedienen, sollte die Screenshotmöglichkeit blokiert werden. Möglicherweise halten die Maßnahmen aber einige nicht so motivierte Bilderklauer ab. Im Endeffekt muß man sich vorher klar sein, welche Fotos man ins Internet stellen möchte und die Gefahr des Bilderklaus einfach akzeptieren.

Welche Möglichkeiten es gibt die Bilddateien zu schützen werde ich im 2 Teil des Artikels darlegen.

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Kommentare

  1. Sebastian  Juni 20, 2013

    Hi,

    „einfach akzeptieren“ muß man es nicht unbedingt. Zumindest im gewerblichen Bereich kann man soetwas abmahnen und dann werden schnell einmal 400 Euro/Bild fällig. Wobei ich sagen muß, daß ich das nur bei besonders schweren und dreisten Fällen für angemessen halten würde.

    Gruß, Sebastian

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    • Stephan Schwartz  Juni 20, 2013

      Hallo Sebastian,

      danke für dein Kommentar!
      Ich gebe dir völlig recht das mann sich gegen die unrechtmäßige Verwendung von Fotos wehren kann und das auch soll.

      Das „Akzeptieren“ bezog sich auf die Technische Frage. „Kann ich meine Fotos 100 % technisch schützen?“
      Ich wollte damit nur sagen, das mir kein Weg bekannt ist (auf technischer Seite) die Fotos sicher vor dem Kopieren zu schützen.
      Die rechtlichen Möglichkeiten bleiben natürlich als Lösung wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, also eine Urheberrechtsverletzung erfolgt ist, bestehen.
      Ob bei einer Abmahnung dann am ende des Tages 400 € pro Bild herauskommen hängt sicherlich von der Urheberrechtsverletzung abhänig.
      Es gibt z.B. auch Urteile bei denen nur 20 € Schadensersatz als Lizendgebühren als angemessen erachtet wurden (Hier der Link zu dem Artikel der bei Heisse.de erschienen ist)
      Auf die Thematik werde ich im 2 Teil des Blogartikels ansprechen.

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