Schutz vor Fotoklau (Teil II)

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Im ersten Teil meines Blogbeitrages zum Thema Schutz vor Fotoklau, habe ich beschrieben welche Möglichkeiten es gibt sich vor Fotoklau auf dem eigenen Blog zu schützen. In dem zweiten Teil werde ich darstellen welche Möglichkeiten es gibt die Bilddateien zu schützen.

B Schutz der Fotodateien

1) Dateinamen mit Quelle und  Bildnummer versehen

Wenn man jedes Bild mit der Quelle und einer Bildnummer versieht (z.b. www-portrait-foto-kunst-de-0001, www-portrait-foto-kunst-de-0002, www-portrait-foto-kunst-de-0003) schützt das  nicht davor, das die Datei umbenannt wird. Sollte jemand aber die Bilddatei eins zu eins übernehmen sind die Fotos leicht auffindbar.

Übersicht wie man sich gegen Fotoklau schützen kann.

Schritte Schutz vor Fotoklau (übersichtliche Darstellung)

2) Wasserzeichen Sichtbar

Ein Wasserzeichen ist, wenn es gut angebracht ist, nur durch recht viel Arbeitsaufwand zu entfernen. Dadurch ist die Quelle der Fotos oder der Urheber klar zu erkennen.

Ruiniert ein Wasserzeichen nicht den Genuß beim betrachten des Bildes?

Auf den Streit, ob ein Wasserzeichen ein Bild zerstört und generell auf eine Signatur oder ein Wasserzeichen verzichtet werden  sollte will ich hier nicht eingehen. Da soll sich jede seine Eigene Meinung bilden. Meine Meinung die auch an den Fotos auf meinem Blog zu erkennen ist,  ist klar Pro Wasserzeichen. Eine Bildverschandelung sehe ich da nicht. Im Gegenteil es kann sogar gute Werbung sein wenn sofort erkennbar ist woher ein Foto kommt. Die Gegenmeinung, die klar Contra Wasserzeichen ist, wurde in diesem Blogbeitrag von Fin L. Stebner gut dargestellt. Sie wird z.B. auch von dem Straßenfotograf Thomas Leuthardt vertreten.

3) Wasserzeichen Unsichtbar

Es gibt Programme die Fotos mit sogenannten Unsichtbaren Wasserzeichen versehen können. Vorteil davon ist, das das Bild nicht demonstrativ mit einem Brandzeichen versehen werden muß. Das Bild hat aber eine Erkennungssignatur des Urhebers. Sollte dieses Foto unrechtmäßig verwendet werden kann es leicht identifiziert werden. Spezielle Anbieter (die kostenpflichtig sind) bieten auch den Service nach diesen Unsichtbaren Wasserzeichen im Internet zu suchen (bsp. Digimarc mit ihrem „online Safeguard“ Angebot)

4) Bilder in kleiner Auflösung hochladen

Das macht den Bilderklau etwas unattraktiver und die Verwendung im Print Bereich kann dadurch wirksam unterbunden werden.

C) Kontrolle durch Software

Wie merke ich das ohne meine zustimmung Bilder auf einer fremden Internetseite Verwendet werden ?


Wie merke ich wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist? Bilder schreien für gewöhnlich nicht. Eine Möglichkeit ist z.B. wenn auf einer anderen Webseite ein Bild von euch eingebunden wurde, das man feststellt warum man recht viele Seitenaufrufe von einer bestimmten Quelle hat. Beispielsweise wurde einmal ein von mir gemachtes Event Foto auf einer Seite eingebunden die sich mit Buffalo Schuhen beschäftigt. Auf dem Foto war eine Menschengruppe zu sehen die eben diese Buffalo Schuhe trug. (der Trafic lief natürlich über meinen Server). Es ist des wegen zu empfehlen darauf zu achten wenn es ungewöhnlich viele Zugriffe auf ein bestimmtes Foto gibt.

Eine gänigere Methode ist das verwenden von Suchsoftware. Mit der google Bildersuche kann das Internet nach einem Bild dursucht werden. Ein ähnliches Angebot bietet der Internetdienst Tineye

D) Rechtliches – Die Kosten Nutzen Frage

Die rechtlichen Möglichkeiten gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen möchte ich hier nicht erörtern. Ich hatte erst überlegt darauf ausführlich einzugehen, aber mich dann dagegen entschieden, da es hier nur um die technischen Möglichkeiten des Bilderschutzes gehen soll. Es ist möglich rechtlich Urheberrechtsverletzungen zu verfolgen. Deswegen möchte ich hier auf die „Kosten/Nutzten“ Fragen eingehen und auf zwei Artikel verlinken die das unterschiedliche Ausmaß von Urheberrechtsverletzungen darstellen.

  • Der erste Artikel bezieht sich darauf das einem Fotografen eine Schadensersatzforderung von 20 € pro Bild zugesprochen wurde (nach umfangreichem Rechtsstreit!). Da sollte man sich fragen ob es das Wert war. Herrauszubekommen das die eigenen Fotos unrechtmäßig genutzt werden. Dann Zeit und Geld in einen Rechtsstreit zu investieren und am Ende einen Schadensersatz von 20 € pro Bild zu bekommen.

Das soll zeigen das es ein weites Feld ist und ein rechtliches Vorgehen im Einzelfall sicherlich davon abhängig ist, welche Ausmaße der Bilderklau hat

Fazit:

Meine Meinung zu dem Thema ist folgende: Das Internet lebt von der schnellen Verbreitung von Informationen und Inhalten. Dazu gehören auch Fotos und Bilder. Wer nicht möchte das seine Fotos verbreitet werden der sollte diese nicht ins Internet stellen! Das ist die einzige Möglichkeit sich 100 % vor Bilderdiebstahl zu schützen.Ich persönlich nutze als „Sicherheitsmaßnahme“ vor allem die Wasserzeichen.  Dabei sehe ich das nicht als Schutzmaßnahme sondern viel mehr als „Signieren des Werkes“ (das haben Picasso, Renoir, Monet und Van Gogh mit Ihren Kunstwerken schließlich auch gemacht!). Wenn ein Bild von mir ungefragt verbreitet werden sollte so kann die Quelle ausfindig gemacht werden.

Wem die  Artikel gefallen haben, der ist gerne dazu eingeladen ein Kommentar zu hinterlassen. Wenn ein ausreichendes Interesse an der Thematik besteht,  schreibe ich noch einen 3 Teil Der 3 Teil handelt dann ausführlich von den rechtlichen Möglichkeiten die eingeleitet werden können um sich gegen Bildklau zu wehren.

Also, besteht Interesse en einem 3 Teil ?

Quellenangebe: Weiterführende Links zu den Themen

Kategorie Thema Link
Fotoklau (20€Schadensersatz) Schadensersatz bei Fotoklau  (20 € /Bild) http://www.dr-bahr.com/news/20-eur-schadensersatz-bei-online-fotoklau-im-privaten-bereich.html
Schadensersatz Fotos Verwendet bei E-Bay Auktion Fotoklau  (20 € / Bild) http://www.heise.de/resale/artikel/Nur-20-Euro-Schadensersatz-bei-Fotoklau-1445108.html
Urteil (LG Duesseldorf 23 S 66/12) –E-bay Schadensersatz- 20 € pro Bild bei http://www.jm.nrw.de/nrwe/lgs/duesseldorf/lg_duesseldorf/j2012/23_S_66_12_Urteil_20121024.html
Suchmaschinen(Bilderklau) Artikel Suchmaschinen gegen Bilderklau (2008) http://freelens.com/freelens-magazin-27/suchmaschinen-gegen-bilderklau
  Foto TV – Bilderklau entlarven http://www.fototv.de/bilderklau_entlarven
Unsichtbare Wasserzeichen Testbericht Programm für digitale Wasserzeichen http://fotobeam.de/testberichte/test-digitale-wasserzeichen-watermark/
Geheime Wasserzeichen (2009; Heise) http://www.heise.de/foto/artikel/Geheimtinte-Wasserzeichen-in-Bildern-227018.html
Technische Fragen Bilder vor dem Kopieren schützen http://www.backslash.ch/blog/2009/12/20/Bilder-vor-dem-Kopieren-schuetzen

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Kommentare

  1. TastenPilot  Juni 29, 2013

    Sehr guter Beitrag, bin ebenso für die Verwendung von Wasserzeichen o.ä. Formen der Signatur. Natürlich kann ich auch den Foto-Künstler bzw. Grafiker verstehen, der sein Bild nicht durch krumme Zeichen „verschandelt“ sehen will.
    Als Betrachter stört es mich persönlich nicht, wenn es dezent ist. Gibt dem Ganzen, wie du schon schreibst, ein ganz eigenes Erkennungszeichen.

    Wer als Fotograf aber nun schnell die große Öffentlichkeit im Netz sucht, der kommt meines Erachtens an dem wohl kleineren Übel eines effektiven Wasserzeichens (sichtbar oder nicht) nicht wirklich vorbei.
    (Bei den bekannten Foto-Handels-Plattformen funktioniert das -soweit ich weiß- automatisch mit recht vernünftiger Schutzwirkung.)

    Für den Fotografen hat es ja immer etwas mit künstlerischem Anspruch und dem Schutz seiner Kunst zu tun. In vielen Fällen geht es aber gar nicht mal um den Diebstahl an sich, sondern in erster Linie auch um einen gewissen persönlichen Schutz. Z.B. das Recht am eigenen Bild (bsp. Bilder von Privat-Personen, eigenen Artikeln etc. in allseits bekannten Portalen) zu wahren und das Bild vor einer sonst wie gearteten negativen Verwendung durch Signaturen jegl. Art zu schützen, finde ich absolut legitim. In diesen Fällen kann und darf es meines Erachtens auch keine wirklichen Gegenargumente geben.
    MfG TastenPilot

    antworten
    • Stephan Schwartz  Juni 29, 2013

      Danke für dein Ausführliches Kommentar TatenPilot!
      Es hat mich wirklich super gefreut zu lesen das nochjemand meine Meinung teilt :)

      Der Beitrag bezog sich ja vor allem auf die Technischen Möglichkeiten des Bildschutzes. Die Frage ob Wasserzeichen überhaupt verwendet werden sollen habe ich ja nur angeschnitten. Das Thema scheint zur Zeit gerade wieder heiß diskutiert zu werden, wie ich in eingen Blogs und Foren so mitbekomme. Vielleicht beschäftige ich mich nochmal in eigenen eigenen Blogartikel, der nur von dem Thema Wasserzeichen und Signaturen handelt mit dem Thema. Dann werde ich deine Gedanken dazu auf jeden fall verarbeiten !!!

      Interessanterweise verstehe ich beide Meinungen zu der Debatte. Viele Profi Fotografen verzichten auch auf sichtbare Wasserzeichen (Beispielsweise die Fotos des Fotografen Paul Ripke haben auf seiner Hompeage).
      Sicherlich kommen Fotos ohne Wasserzeichen besser zur Geltung, aber für mich überwiegen die Vorteile von Wasserzeichen. Zwar hat man sicherlich nie einen 100 % Schutz, aber ich stimme dir absoult zu das ein gewisser Schutz vor negativer Verbreitung und der unerwünschte Verwendung in Bildportalen da ist

      Gruß Stephan

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  2. Kleckerlabor  Oktober 12, 2013

    Das doofe an Flash ist das es nicht Barrierefrei ist aber sonst finde ich die Checkliste wirklich gut

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    • Stephan Schwartz  Oktober 12, 2013

      Leider haben alle Schutzmaßnamen auch gewissen Nachteile, die meistens zu lasten der Nutzerfreundlichkeit gehen. Im Endeffekt wird damit auch der Betrachter der Bilder (bzw. Blogleser) mit abstrafen.
      Deswegen nutze ich zur Zeit auch nur noch Wasserzeichen.

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