C/O Berlin Ausstellung: Augen auf! 100 Jahre Leica

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C/O Berlin Ausstellung: Augen auf!

100 Jahre Leica, große Namen, berühmte Bilder, aber leider etwas wenig Struktur.

Als großer Fan und Dauerkartenbesitzer des C/O Berlin habe ich mir natürlich die 100 Jahre Leica Ausstellung angeschaut. Bis zum November kann man die Fotoausstellung noch in Berlin-Charlottenburg im C/O Berlin besuchen. Die Ausstellung zeigt sehr viel historische Fotos und Reportagefotografie. Durch die Reportagefotografie sind die Leicakameras* schließlich auch bekannt geworden. Dem Betrachter wird ein Sammelsurium von berühmten Fotos und Fotografen geboten. Kann man etwas anderes erwarten, wenn man einen Zeitraum von 100 Jahren abdecken möchte?

Was bietet die Ausstellung 100 Jahre Leica?
Tolle Fotos, ohne Frage!
Das Ganze wirkt auf mich jedoch etwas durcheinander.
Dort ein Foto von C/O Berlin  ein paar Bild weiter dann eins von Eliott Erwitt. Dem unvorbereiteten Betrachter werden die Bilder teilweise ohne Kontext hingeworfen. Was hat Salgado mit Erwitt zu schaffen? Mhm, scheinbar haben beide eine Leica benutzt.
Das Verbindungselement Leica hat mir an manchen Stellen einfach nicht ausgereicht. Etwas mehr Information wäre für den unvorbereiteten Betrachter wünschenswert gewesen.

Dabei startet die Ausstellung ganz solide: Zuerst geht die Ausstellung chronologisch vor. Es werden einige Leica Modelle ausgestellt. Man sieht die Entwicklung der bekannten M-Serie.
Später wechselt die Ausstellung in eine geografische Einordnung. Einige Länder werden vorgestellt und bekannten Fotografen herausgepickt, die scheinbar eine Leica verwendet haben.

Wer hat wohl in Japan mit einer Leica fotografiert?
Zack, findet man ein paar Aktfotos von Araki. Warum es wichtig war, das für die Studioaktaufnahmen eine Leica genutzt wurde, ist mir nicht klar. Vielleicht wollte man auch nur zeigen, dass die Leica mehr kann als Reportagefotografie. Oder man wollte nur ein paar schöne Fotos von Japans bekanntesten Fotografen ausstellen.

Muss man die Ausstellung gesehen haben?
Nein, aber etwas verpassen tut man schon wenn man sie nicht gesehen hat.

Fazit:
Den roten Faden „alle haben eine Leica benutzt“ finde ich an einigen Stellen etwas dünn.
Das sollte aber auf keinen Fall gegen die Ausstellung sprechen. Was das C/O Berlin zeigt hat durchweg eine sehr hohe Qualität, da darf es gerne auch mal etwas „inhaltlich zusammengewürfelt“ sein.

Mir hat die Ausstellung trotzdem gut gefallen und ich konnte mich z.B. über einige Fotos von Jeanloup Sieff  freuen. Das Foto „Jil und Patty“ aus dem Jahr 1964 wirkt, als wenn die Gesichter etwas zu großflächig abgewedelt  wurden. Das weckte bei mir Erinnerungen an alte Dunkelkammerzeiten, damals war „Dodge and Burn“ noch etwas umständlicher, im Vergleich zu den heutigen Möglichkeiten die man mit Photoshop und Co hat.

Für Leica Fans und Freunde von Reportage- und Streetfotografie ist die Ausstellung absolut zu empfehlen. Bei der Menge an geschichtsträchtigen Fotos kommt man schon auf seine Kosten.
Etwas Vorkenntnisse helfen jedoch beim Verständnis und der Einordnung der Fotos ungemein.

 

 

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