Kwerfeldein vor dem Aus! Gibt es einen Rettungsplan?

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Rettet Kwerfeldein oder die Stunde der Besserwisser!


Das Internet-Magazin Kwerfeldein ist eine Größe in der deutschen Foto Welt. Viele Leser lieben die alternativen Artikel des Magazins.
Auch ich bin ein großer Fan von Martin Gommel und seiner Crew.

Kwerfeldein startete 2006  als Blog und ist mittlerweile gewachsen. Jetzt ist es ein richtiges Online-Magazin mit einer Redaktion. Drei festen Mittarbeiter, ein Chefredakteur und einige freiwillige Helfer, sind für Kwerfledein tätig.

Jetzt die traurige Nachricht: Das Konzept funktioniert nicht mehr.

Am 16.02.2015 wurde der Artikel Kwerfeldein braucht dich veröffentlicht.

 

In diesem Hilferuf war folgendes zu lesen:

„Wenn diese Woche kein Wunder passiert, müssen wir kwerfeldein noch in diesem Frühjahr schließen und somit alle Artikel vom Netz nehmen. Falls Ihr kwerfeldein auch weiterhin lesen möchtet, gibt es drei Möglichkeiten, uns zu unterstützen:“

Quelle Kwerfeldein:

 

Überweist Geld, Geld und Geld. Das waren die 3 Möglichkeiten die als Lösung in dem Artikel genannt werden. (Dauerauftrag, Überweisung oder Pay-Pall).

Mann kann nicht sagen, das dem Leser nicht verschiedene Optionen gelassen wurden.

Erpressung?

Die Meinungen zu dem Artikel waren durchaus kritisch.
Ja, in den Kommentaren ist sogar das Wort Erpressung gefallen.
Aussage wie: „gebt uns Geld sonst nehmen wir alle Artikel vom Netz“  sind einfach unsexy.

Aber Hey, so ist die Situation!

Die Lage, in der Kwerfeldein steckt, zeigt auch wie schwer  #Kunstmarketing sein kann. Nicht nur für Künstler und Fotografen, ist die Finanzierung ihrer Arbeit schwierig. Auch ein Magazin, das seit Jahren etabliert ist, muss ums Überleben kämpfen.

Ich kann verstehen, dass sich die Kwefeldein-Redaktion gerade im Ausnahmezustand befindet.
Deswegen will ich auch auf der unglücklichen Art, wie die Information verbreitet wurde nicht rumhacken.

Irgendeinen „call to action“ Aufruf mussten sie ja starten, um Geld zu bekommen!

Die Arbeit von Kwerfeldein finde ich gut. Deswegen habe ich auch einen kleinen Beitrag per PayPall geschickt.
Wenn jeder Leser so handeln würde, dann wäre das Magazin gerettet.

Mir ist klar, dass dieses nicht ausreichen wird, aber vielleicht bekommt das Magazin dadurch etwas Zeit ihr Geschäftsmodell umzustellen.

Ist zu viel Idealismus überlebensfähig?

Die Grundsituation

Der bisherige Weg funktioniert nicht, also muss sich etwas ändern.
Eine Lösung, die alle Glücklich macht, wird es für Kwerfeldein nicht geben.
Das kann man aus der Diskussion unter dem Hilferuf erkennen. Auch die Kommentaren von Aileen Wessely, Martin Gommel und Sebastian Baumer lassen durchblicken, das der Hilferuf aus der Not entstanden ist. Eine  echten Alternative scheint derzeit noch zu fehlen.

Die Kommentare der Kwerfeldein-Lesen wirken wie eine Mischung aus Support-Bekundung und Besserwisserei. Mir scheint, das Kwerfeldein noch Hoffnung hat.Wenn man einige Leser bewegen kann, die Lücken in der Finanzierung zu stopfen, könnte es vielleicht klappen.
Bei den Krautreportern war ein Crowdfunding ja auch erfolgreich!

Ich denke das wird für Kwerfeldein aber nicht ausreichen.

Kwerfledlein braucht eine Grundsatzentscheidung!

Welche Optionen wollt ihr wählen liebes Kwerfeldein-Team:

A. Zurückrudern

– Kwerfeldein wird dicht gemacht (so wie es von euch angekündigt wurde)

B. Professionalisierung

Das erfordert eine Monetarisierung die kostendeckend ist und das der Blogs wächst.

Lösung A klammere ich mal aus, da ich hoffe das Kwerfeldein genug Schwung für Option B hat.

Also Lösung B

Das Grundprinzip von Bloggern um mit den Großen zu konkurrieren:

Blogger sind kleiner und wendiger als große Magazine. Ihre Überlebens- und Erfolgsstrategien beruhen auf zwei Methoden:

1. Unkosten klein halten

2. Sponsoring und Alfiliate-Marketing immer optimieren

Diese Infos findet man u.A. bei dem erfolgreichen Techblogger Sascha Pallenberg. Er hat das auf einem Vortrag bei der Republica 2010 recht ausführlich erläutert.

Die Kosten senken

Mal schauen, was habt ihr denn als Kosten angegeben:

  • Räume, Anschlüsse (Büroräume, Strom- und Nebenkosten, Telefon, Internet)
  • Serverkosten (Instandhaltung, Fehlerbehebung, Sicherheit)
  • Nutzung von Kommunikationsmitteln und Social-Media-Tools
  • Webseite (Fehlerbehebung, Optimierung, Änderungen)
  • Mindestlohn für die drei festen Redakteure und den Chefredakteur

Quelle Kwerfeldein:

Wenn Gorillas deinen Gourmet-Blog besuchen

Ich will jetzt nicht wie die Besserwisser von Gourmet Gorilla, äh ich meine Gourmet Guerilla anfangen, euch die Kosten um die Ohren zu hauen.
Die Aufzählung der Unkosten, die von der Foodbloggerin  Gorumet-Guerilla, vorgenommen wurden, waren mit einer Prise Ironie serviert. Das sollte nur zeigen:„Hey, ein Blog kostet auch Geld!“
Das haben leider die wenigsten der 200 Gourmet-Kommentatoren verstanden. Stattdessen haben sie sich so subtil geäußert, wie es Gorillas in einem Gorumet-Laden tun.

Das möchte ich nicht nachmachen.

Bei Kwerfeldein ist die Lage etwas zu ernst.

Deswegen beschränke ich meine Klugs******, äh ich meine Tipps auf das wesentliche.

Das ihr Eure Einnahmen und Ausgaben Tabelle genau kennt, davon gehe ich mal aus.

Ich halte es für übertrieben, diese unbedingt Offen zu legen. Aber Ihr solltet schon abschätzen, wie viel Geld ihr von den Lesern braucht. Das muss auch klar kommuniziert werden.
Soviel Transparenz sollte da sein.
Außerdem ist ein allgemeiner Aufruf:“Wir brauchen Geld“ nicht so effektiv.
Wenn ihr die Summe darlegt, die ihr braucht und den  Verwendungszweck, dann erzeugt das mehr Vertrauen.
Mehr Vertrauen bedeutet mehr Spenden.

Nun zu den bitteren Optionen die euch bleiben.

Vielleicht könnt ihr eure Kostenfaktoren senken, auch wenn das sicher keine angenehmen Lösungen sind.

a)      Räumlichkeiten: Eine Redaktion zu haben ist sicherlich toll. Aber auch teuer! Deswegen arbeiten viele Blogger von zu Hause aus. Sascha Pallenberg berichtet von seinem 16 qm Appartement in Taipeh. Er macht sich über die „Tempel“ von Taz und Co. sogar lustig.

b)      Serverkosten: Die fallen an, da kann man nicht viel drehen.

c)       Kommunikationsmittel & Social Media Tools: Die braucht man einfach, da kann man auch nicht viel dran drehen.

d)      Webseite: (siehe Server & Kommunikation): Ich wiederhole mich, aber hier sehe ich auch kein Einsparpotential, da kann man nicht viel drehen.

e)      Mindestlohn für die drei festen Redakteure und den Chefredakteur: Bei 3 festen Redakteuren scheint es so, dass man an den Personalkosten drehen könnte. Eine Lösung wäre es z.B. für eine gewisse Zeit auf Sparflamme zu kochen. Klar das ist bitter. Vielleicht reichen auch nur zwei fester Redakteur und eine ¼ Kraft?  Oder ein fester Redakteur und zwei ¼ Kräfte? Sich auf diese Fragen zu konzentrieren bringen einen nicht weiter.

Calvin Hollywood hat zu dem Thema klar Stellung bezogen :  „von dem 11 Mann Team würde ich 7 rausnehmen– O-Ton: Das schreibt der Calvin über Facebook.
Mhm, mit der Taktik sollte Calvin mal Fußballtrainer werden. „Wenn ich von den 11 Spielern nur 4  ins Spiel schicke, dann  spare ich mir für 7 Spieler die Auflaufprämie!“
Spitzen Strategie! So gewinnt man aber kein Spiel!

Spaß beiseite, Calvin ist ein Vermarktungsprofi.
Er hat schon oft gezeigt wie man aus der Fotografie Geld machen kann. Aber 7 ehrenamtliche Idealisten rausschmeißen löst das Problem von Kwerfeldein sicher nicht.

Ich finde die Aussagen von Calvin recht hart
Ich will nicht, das jemand „wegrationalisiert“ wird. Aber einen derartig großen Blog einfach kompromisslos „dicht“ zu machen halte ich auch für den falschen Weg.

Im Gegenteil, ihr solltet jemanden einstellen: Was euer Team braucht ist ein Marketing- und Social Media Profi!

Von außen betrachtet gibt es zwei Stellschrauben an denen man drehen kann: Räumlichkeiten und Redakteure.

Wenn man wirtschaftlich arbeiten will, muss man sich auch bitteren Realitäten stellen.
Wenn ihr eure Einnahmen nicht steigern könnt, dann werdet ihr gezwungen sein zu sparen.

Da diese Option niemand will bleibt folgendes:

Also braucht Ihr mehr Einnahmen

Iss klar!
Darauf wärt ihr selber jetzt nicht gekommen.
Da braucht ihr mich als  Blogmarketing-Experten, um euch das zu sagen.
Etwas ausführlicher will ich das dann doch darlegen.

Welche Voraussetzungen braucht es denn, damit Ihr  Mehreinnahmen erzielt:

Keine Gefährdung der Mischkalkulation

Alle eure Ideen dürfen nicht gegen eurer Mischkalkulation spielen.
Das ist ganz wichtig.
Ihr habt euch ja für eine Mischkalkulation aus folgenden Quellen entschieden:

  1. Affiliate-Programme (Amazon)
  2. Werbung
  3. Sponsoring / Spenden von Lesern

Was passiert, wenn ihr jetzt einen speziellen „Member-Bereich“ einführt? Das halte ich nicht für die richtige Lösung, aber ich denke das mal an.
Dann habt ihr folgendes Problem:
In dem Bereich werdet ihr weniger Einnahmen durch Werbung und Affiliate-Marketing haben.
Das ist denke ich der falsche Weg.

Wie verbessert man also Eure Einnahmen?

Ein neues Produkt für Kwerfeldein?

1. Habt ihr die VG Wort ausgeschöpft?

Habt ihr bestimmt. Ich frage trotzdem, da man oft das naheliegende übersieht. Bei 3000 Artikeln und euren Zugriffszahlen dürfte sich die jährliche VG-Wort Ausschüttung schon lohnen. Falls ihr es noch nicht getan habt meldet eure Artikel an!

2. Ein „Gimmick“ für „Sponsorern“

Das könnte ein Titel sein wie: „Ich habe Kwerfeldein gerettet“. Der könnte für den Spender in euren Blog-Kommentaren auftauchen. Ich meine Hey, bei Aileen steht  (Redakteurin), warum soll dann nicht bei einem Sponsor z.B. (Retter) stehen. Der Aufwand um das einzurichten hält sich in Grenzen und der Effekt wäre bestimmt groß.

Oder ein jährlicher Aufnäher für die Fototasche oder den Rucksack. Ähnlich einem Seepferdchen. Das Ganze dann in 4 Kategorien
Bronze (alles ab 5€), Silber (10-25€) Gold  (25-50€) und Platin (50€+).
Alternativ würde auch ein T-Shirt oder ein Schlüsselanhänger funktionieren.

Das Produkt ist fast schon egal.
Wichtig ist nur eines: Es muss eine kleine Gegenleistung sein, die einem Sponsor etwas bringt. (z.B. Prestige)

Das kann euch auch noch etwas Werbung bringen. (vorausgesetzt,  die T-Shirts werden getragen)

3. Spezielle Werbeflächen für Künstler & Fotografen

Es gibt viele Fotografen/Künstler die ein Produkt vorstellen wollen.
Das kann eine Fotoausstellung, ein Bildband oder ein Workshop sein.
Das könnt ihr ausnutzen.
Ihr habt die Plattform.
Wenn ihr gegen einen kleinen Betrag Werbung auf Eurer Startseite für spezielle Fotothemen macht, dann haben alle etwas davon.
Das ganze könnte als Newsticker einbaut werden.
Wenn dort  nur Foto-Veranstaltungen auftauchen, kann das funktionieren, weil diese Themen eure Leser interessiert.

Mehr Reichweite: (Optimierung der Vermarktung)

Eure Affiliate-Einnahmen müssen steigen.
Das kann man durch folgende Mittel erreichen

a)      Mehr Reichweite

Wenn mehr Menschen Euren Blog besuchen, dann klicken auch mehr Personen auf den AMAZON LINK.

Denkt mal darüber nach was ihr noch machen könnt um eure Reichweite zu erhöhen. Eine Option wäre die Einführung eines Newsletters.

b)      Optimiert eure Affiliate-Links  (Platzierung , Häufigkeit ect…)

Euer Magazin ist sehr benutzerfreundlich aufgebaut.
Das finde ich gut.
Ihr solltet trotzdem daran denken, Eure Affiliate-Links stärker zu platzieren.
Ich will mich jetzt nicht so weit aus dem Fenster lehnen und Optimierungstipps für eure Seite zu geben. Andere Experten meinen, das so etwas sowieso nichts bringt. Aber mehr Affiliate-Links bedeuten auch mehr Einnahmen.

Das kann in Produkttest-Artikeln oder anderen Technik-Artikeln erfolgen.

Ja, mir ist bewusst es gibt schon X-Blogs die nur über Technik bloggen. Ihr unterscheidet euch von denen. Das ist euer Alleinstellungsmerkmal. Aber etwas mehr auf Kameratechnik einzugehen würde euren Affilate-Einnahmen sicherlich gut tun.

c)       Ein Newsletter

Wo ist der Newsletter von Kwerfeldein?

Ein Newsletter wird von vielen Bloggern als DAS Mittel zur Monetarisierung gesehen. Eine Untersuchung der Krautreportern hat gezeigt, dass ihr Newsletter der wichtigste Kanal ist, um Nutzer auf ihre Seite zu bekommen.
Newsletter sind toll!
Man kann Afilliate Links über den Newsletter schicken, für eigene Produkte werben und auch noch auf seine Artikel aufmerksam machen.

Es tut mir leid mich zu wiederholen:

Warum hat Kwerfeldein keinen Newlsetter?

Schafft euch einen Newsletter an!
Der hat  zwei Vorteile: Er erhöht eure Reichweite und eure Affiliat-Einnahmen.

d)      Ein  You Tube Chanel

Blogs tun sich schwer mit dem Geldverdienen. Bei You Tube sieht das anders aus. Da gibt es Aufrufe und Geld durch Google-Werbung!
Der Vorwurf: „Die „Kids“ lesen ja heute nicht mehr, die schauen alle nur noch You Tube.“ könnte zukunftsweisend sein.
Macht doch ein paar Musikvideo Parodien!
Halt was mit Comedy.
Was lustiges!
Bei Y-Titty hat das auch geklappt….

Ok ich merke der Vorschlag ist albern.

Spaß beiseite:
Mir ist klar das Videos, Workshops, und Fototaschen nicht das sind, was Kwerfeldein sein will. Ich glaube auch nicht, das so was den Kwerfeldein-Leser glücklich machen würde. Durch einen You Tube Kanal könntet ihr trotzdem eure Reichweite erhöhen. Einige seriöse Interviews würden gut zu Kwerfeldein passen. Dadurch könnte ihr auch einer bessere Vernetzung mit anderen bekannten Fotografie-Stars herstellen. (z.B. Paul Ripke, Calvin Hollywood, Ben Jaworskyj oder dem Stilpiraten)
Eurer Reichweite würde das gut tun.
Darüber nachdenken könntet ihr ja mal.

Mehr Reichweite = mehr Einnahmen!

Rettungs-Fazit:

Veränderungen sind nicht einfach.
Sich einzugestehen, dass die bisherigen Methoden nicht funktionieren ist es auch nicht.
Tipps zu geben wenn, man selber nicht betroffen ist, ist sehr leicht.

Wenn ein Portal einen Spendenaufruf starte, dann ist das wie wenn man einen Boxer zum ersten mal anzählt.

Der Spendenaufruf hat laut Kwerfeldein Update vom 19.02.2015 ca. 4900€ eingebracht. Damit ist das bestehen von Kwerfeldein für die nächsten drei Monate gesichert.

Sprich, euer Boxkampf geht 3 Monate weiter.

Was ihr jetzt braucht ist Unternehmerisches Know-How.
Einen Marketingprofi, der mehr Sponsoren finden.
Das sagt auch Calvin Hollywood in seinem Facebook-Post

Ich hoffe meine 4 Tipps können euch helfen:

– Schaut wo ihr sparen könnt.
– Versucht mehr Reichweite zu bekommen (Newsletter!)
– Schaft für den Leser einen nachvollziehbaren Anreiz euch zu unterstützen (das sagt auch Fotografr.de in seinem Artikel)
– Stellt jemanden ab, der sich 100% um euer Sponsoring und Affiliat-Marketing kümmert.

Wenn ich euch irgendwie Unterstützen kann schreibt mich an.
(per Mail, Twitter, Facebook oder auch über ello).

Ich helfe gerne mit Know-How, einem Gastartikel oder einem Banner das auf eure nächste Aktion hinweist.

Viel Erfolg ich hoffe Kwerfeldein überlebt!

Ach ja, wer es noch nicht getan hat: supportet Kwerfeldein!
(oder stöbert etwas auf der Seite solange sie noch online ist)

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Kommentare

  1. Anne  Februar 18, 2015

    Ich kenne leider Kwerfeldein nicht.
    Doch finde ich den Beitrag wirklich interessant.
    Liebe Grüße,
    Anne :)

    antworten
  2. lisa  Februar 19, 2015

    Ich kenne kwerfeldein auch nicht … aber das ist wirklich mega interessant und hilfreich :)
    Danke fürs teilen ! :)

    antworten
    •  Februar 19, 2015

      Danke Lisa,
      also 3 Monate wird es Kwerfeldein.de mindestens noch geben. (Das schreibt jedenfalls http://www.kwerfeldein.de
      Solange hast du noch Zeit die Seite anzuschauen 😉

      antworten
  3. Andreas Altenhoff  Februar 19, 2015

    Seit Jahren bin ich ein Fan von Kwerfeldein und war über deren Hilferuf sehr schockiert.

    Ich persönlich, der von solchen Dingen keine Ahnung hat finde Deine Lösungsvorschläge sehr interessant und gut.
    Für die Leser, den Fans gibt es auch dadurch auch keinerlei Nachteile, wie Kosten/Beiträge zum Beispiel. Und genau das will ja das Team von Kwerfeldein auch, das macht sie in meinen Augen auch so sympathisch.

    Ich hoffe sie schaffen es und das uns Kwerfeldein noch lange erhalten bleibt.

    Gruß, Andreas

    antworten
    •  Februar 19, 2015

      Hallo Andreas,

      mich hat der Hilferuf auch erschreckt.
      Besonders weil ich gedacht habe, dass Kwerfeldein ganz gut „im Sattel sitzt“.
      Ich beschäftige mich mit Online- und Blog-Marketing seit Jahren. Besonders den Bereich Kunstmarketing finde ich sehr spannend. Leider gibt es zu dem Thema (auf den Onlinebereich bezogen) wenig gute Bücher oder Texte.
      Ok, ich muss zugeben, meine praktischen Erfahrungen im Onlinemarketing kommen aus einem anderen Themengebiet. Aber viele Aspekte sind übertragbar.

      Es ist ja kein Geheimnis: Viele Online-Magazine haben Probleme mit ihrer Finanzierung.
      Die Taz hat schon 2010 einen großen Spendenaufruf
      gestartet. (das wurde damals schon von einigen Bloggern belächelt, u.A. weil die ja Profis sind)
      So eine Aktion löst natürlich keine dauerhaften Probleme, es kann aber über einen akuten Engpass hinweghelfen.
      Ich denke Kwerfeldein wird aus der Situation lernen und die Kurve bekommen.

      Die Spendenaktion hat bis jetzt 4900€ eingebracht, das bringt Kwerfledein 3 Monate weiter.
      Wollen wir mal das Beste hoffen.

      Beste Grüße

      antworten
  4. Sara Gläser  Februar 19, 2015

    Sehr interessanter Beitrag.

    Und sehr treffend formuliert. Ich habe es auch ein bisschen wie eine Drohung aufgefasst: „Spendet Geld, sonst…!“ Jeder Leser, der nicht helfen kann, weil für ihn selbst eine 5-Euro-Spende nicht möglich ist, fühlt sich nun irgendwie schuldig. Und genau das, was sie betonen, „niemanden ausgrenzen“ passiert somit trotzdem.
    Schon witzig, dass sie vorher nicht auf die Idee kamen, dass so eine Seite etwas kostet – erst Zeit und Nerven, früher oder später auch etwas Geld! Und nun sollen Die Leser im Eiltempo von heute auf Morgen das sinkende Schiff vor dem Untergang retten.
    Warum haben sie sich nicht früher um Geldquellen gekümmert, die Extern laufen oder unterschwellig? Ich spreche von Dingen wie: Youtube, dass sich bei 20.000 Lesern bestimmt schon etwas lohnen würde. Oder eine gedruckte Jahresausgabe, die gut kalkuliert sicher ausverkauft sein wird. Extrafeatures, die für einen kleinen ct-Betrag auch für Studenten wie mich nicht wehtun. Eine App, die einmalig etwas kostet und sicher mit Handkuss begrüßt wird…
    Aber ganz wichtig: wo bleibt die Promo? ich habe erst vor 2 Monaten die Seite gefunden, weil ein bekannter Fotograf etwas verlinkt hat…

    Alles etwas überstürzt, überspitzt und überfordernd, wie ich meine…

    Liebe Grüße > sara

    antworten
    •  Februar 19, 2015

      Hallo Sara,
      danke für das Kompliment und dein Feedback.
      Ich stimme dir da absolut zu:
      Der Aufruf von Kwerfeldein hat einen bitteren Beigeschmack und Kwerfeldein hätte wirklich mehr Promo gebraucht.
      Es wurde sich scheinbar zu stark auf den Content konzentriert und zu wenig Marketing betrieben. So ist jedenfalls mein Eindruck.
      Ich kenne das Problem von kleinen „Start-Up Unternehmen“: Die wachsen zu schnell. Die Strukturen wachsen dann oft nicht mit. Jeder vom Team will dann alles machen. Dabei kommen dann wichtige Aufgaben zu kurz. Wenn es sich dabei um Marketing, die Gewinnung von Kunden oder Sponsoren handelt kann das einem Unternehmen schnell das Genick brechen.
      Ich weiß zwar nicht ob das bei Kwerfeldein auch so war, aber ein stärkeres Wachstum hätte Kwerfeldein sicher geholfen. Ein Beispiel: Kwefeldein hat ca.18.000 Facebook Fans. Das ist ja schon gut. Aber die Kritik, die man liest, stimmt auch. Bei einem 11 Personen Team sind das 1636 Fans pro Person. (selbst wenn man ein 3 Personen Team betrachtet sind das nur 6000 Fans pro Person).
      Das ist für einen derartigen Blog zu wenig.
      Das hätte man ausbauen können.
      Ich denke auch das man die Affiliate- und Werbemöglichkeiten stark verbessern könnte. Ein Buchtipp zu dem Thema: In dem Buch
      Blog Boosting von Michael Firnkes werden über 70 Seiten lang Methoden zur Blog-Monetarisierung beschrieben und analysiert.
      [Das Buch ist sehr gut, wenn jemand vom Kwerfeldein Team das hier lesen sollte leiht es euch aus einer Bücherei aus.]
      Dort steht ganz klar, dass dieses ein Optimierungsprozess ist.( Überraschung, Überraschung). Den Prozess muss man dauernd im Auge haben.
      Wer eine Notbremse zieht und die Fans aufruft zeigt leider auch, dass diese Prozesse scheinbar nicht im Auge behalten wurden.
      Als Fan der Seite macht mich das traurig, denn die Inhalte von Kwerfeldein sind ja wirklich gut!
      Mal schauen zur Zeit haben sie 4.900 € gesammelt und kommen damit wohl 3 Monate aus. Vielleicht bekommen sie ja noch die Kurve.
      Beste Grüße

      antworten
  5. Sven  Februar 19, 2015

    Schöne Tipps. Leider erhöhen viele davon mE unnötig die Kosten (Orga, Zeitaufwand, Einkauf von Gimmicks). Also ein Schuss ins Knie. Ich persönlich wollte auch kein Betreiber eines Blogs sein, der dauerhaft „Retter“ braucht. DAS ist unsexy. Ich würde es vorerst mit freiwilligen Jahresbeiträgen probieren: 10 Euro freiwilliger Jahresbeitrag für Normalleser, 5 Euro für Geringstverdiener (Schüler, Hartz4-Bezieher, Minijobber). Dazu evtl. noch die Möglichkeit privater Sponsorschaften: 50 Euro im Jahr, der Sponsor wird auf einer Liste namentlich genannt. Und dann nach einem Jahr Bilanz ziehen und gucken, wo nachjustiert werden muss.

    PS: Ich, würde, den Text, oben, nochmal, dringend korrektrlesen. Ein Blog sotlle ncht nur gutt finanziert, sodern auch gut lektoriert weden 😉

    antworten
    •  Februar 19, 2015

      Hallo Sven,

      Ein Teil der Vorschläge sollte auch nur zum Nachdenken über eine funktionierende „Langzeitlösung“ anregen.

      Kurzfristig sind die Kosten für „Gimmicks“ sicherlich zu hoch. Langfristig könnte sich das aber auszahlen. Man kann so von der„Spendensituation“ wegkommen. Wenn jemand freiwillig ein T-Shirt kauft besteht nicht das Gefühl einer Spendenaktion.
      Kinos machen auch ihre Gewinne mit Popcorn und Cola.
      Warum sollte „virtuelles Popcorn“ nicht auch bei einem Blog funktionieren?
      Band erhalten auch Geld aus ihren T-Shirt Verkäufen.
      Warum nicht auch ein Blog?
      Die Idee mit den Jahresbeiträgen und den Sponsorschaften ist sicherlich die Lösung die gewählt werden sollte.
      Einfach weil sie funktioniert.
      Mal schauen ob/wie das von Kwerfeldein umgesetzt wird.

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar.

      Mir liegt das Thema als „Kwerfeldein-Fan“ halt am Herzen.
      Deswegen auch der schnell geschriebene Artikel.
      Ich würde es schade finden, wenn Kwerfeldein verschwindet.

      Aber wie ich geschrieben habe: Ein Blog der so einen Spendenaufruf startet, ist wie ein Boxer der angezählt wird.

      Mal sehen ob sich Kwerfeldein noch mal aufrappelt.

      Beste Grüße

      PS: Danke für den Hinweis zur Korrektur des Textes. Ich gebe dir da völlig recht das der Text noch mal in die Überarbeitung muss. Leider habe ich kein 11 Personen Team 😉

      antworten
  6. Sven  Februar 20, 2015

    Hallo Stephan,

    ich finde dein Engagement absolut toll, auch ich bin ein Kwerfeldein-Fan. Allerdings komme ich aus dem Bereich Marketing/Werbung und kann daher recht gut einschätzen, was wieviel kostet und bringt.

    (Groß-)Kinos verdienen mit Cola und Popcorn gutes Geld, weil das Zeug so gut wie nix kostet und zu horrenden Preisen vertickt wird und die Infrastruktur für den Vertrieb ohnehin vor Ort vorhanden ist. Stell dir im Gegensatz dazu mal ein kleines Dorfkino vor, das mit dem Versand von Popkorn und Cola Geld verdienen müsste 😉

    Beim Vertrieb von Gadgets per Internet sieht das völlig anders aus. Das frisst personelle, räumliche und finanzielle Ressourcen für Entwicklung, Auswahl und Gestaltung zB von T-Shirts, Entwicklung und Betrieb eines Shops, Produktion der Shirts in allen möglichen Größen, Lagerhaltung, Mitfinanzierung unverkäuflicher Ware (ca. 20-30% des Warenbestands), Versand, Bearbeitung von Reklamationen, Buchhaltung inkl. Steuerberatung … Was glaubst du, wieviele Produkte müsste kwerfeldein pro Monat verkaufen, um dann kostendenckend zu arbeiten? Ich fürchte, aus dem nebenberuflichen Blog müsste ein hauptamtlicher Online-Shop werden.

    antworten
    •  Februar 20, 2015

      Hallo Sven,

      danke für deinen Kommentar.

      Vielleicht gehe ich an das Thema wirklich etwas zu blauäugig heran.

      Ok, der Popcorn Vergleich ist etwas an den Haaren herbeigezogen.;)
      Mir ging es dabei nur darum, ein Beispiel aufzuzeigen, bei dem man Besucherströme nutzt um durch ein Zusatzangebot weitere Einnahmen zu generieren.
      Eine Popcorn-Maschine ist ja auch nicht in der normale „Infrastruktur“ enthalten, die ein Kino wirklich braucht um Filme zu zeigen 😉
      Der Getränkeverkauf bei Rockkonzerten wäre auch ein Beispiel dafür.

      Natürlich klappt das nicht wenn die Besucherzahlen ausbleiben.
      Beim Dorfkino ist das sicherlich zum Scheitern verurteilt.
      Aber Kwerfeldein hat ja eine große Anzahl an Fans. Das zeigen ja schon die Ergebnisse des Spendenaufrufs.

      Realistischer als T-Shirts wäre vielleicht ein E-Book von Kwerfeldein mit ausgewählten Artikeln. Das wurde ja schon öfter in der Diskussion vorgeschlagen. (auch ein nettes Gadget)

      Mit den Beispielen wollte ich nur offenere Denkweise anregen um mit dem Problem umzugehen.
      Die Patentlösung habe ich leider auch nicht.

      Das ein Shop und auch die Gadgets zunächst Mehrkosten und Arbeitsaufwand bedeuten bestreite ich nicht.
      Man kann sich dafür einen Anbieter wie spreadshirt.de suchen. Das minimiert die Verwaltungskosten aber leider auch den Gewinn.
      Alternativ könnte man das ganze als Kampagne aufziehen. Das minimiert die Risiken und den Aufwand.
      Dann ist es auch einfacher die Kosten zu decken.
      Wenn man die Nachfrage überprüft, dann die Bestellungen sichert und daraufhin eine „Edition“ produziert die sich deswegen verkauft, kann das Prinzip funktionieren.
      Klar birgt das auch Risiken.
      Aber Kampagnen, wie sie von Günter Faltin in seinem Buch Kopf schlägt Kapital: beschrieben werden, funktionieren in vielen Fällen.

      Ich will Kwerfeldein auch nicht in ein Modelabel umwandeln.
      Trotzdem denke ich, dass irgendeine Shop-Funktion längerfristig ein Zubrot darstellen könnte.

      Wenn man sich z.B. Fotografen anschaut, die haben oft Shops:
      Paul Ripke verkauft neben seinen Büchern auch T-Shirts! Oliver Rath verkauft auch Mode mit seinen Motiven.
      Klar, das sind ganz andere Größenordnungen. Aber wenn es bei „den anderen“ funktioniert warum sollte ein Shop nicht auch Kwerfeldein helfen?

      Ich will mich an dem T-Shirt auch gar nicht festbeißen. Wenn die Kosten und der Aufwand für T-Shirts zu hoch sind, dann funktioniert vielleicht ein E-Book.

      Beste Grüße

      antworten
  7. calista  Februar 20, 2015

    Irgendwie erschreckend zu lesen…ich hoffe man bekommt es hin und sie können ihrer Arbeit auch weiterhin nachgehen. Mir selber sagt der Blog nichts, aber ich guck mal was ich dazu finden kann.

    lg

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